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World Cup und Olympische Klassen in Kiel im Fokus

Als er mit der Fähre aus Göteborg in Kiel ankam, wusste er wohl, dass das kein Heimspiel werden würde. Göran Petersson, schwedischer Präsident des Weltsegelverbandes ISAF, musste Farbe bekennen, an der Förde brodelt es. Zwei Themenkomplexe bewegen seit Tagen Kieler-Woche-Organisatoren, Politiker, Journalisten und Segler gleichermaßen.

  • Einerseits geht es um die jüngsten ISAF-Entscheidungen, das Starboot für 2016 in Rio de Janeiro ebenso wie die für Weymouth 2012 gerade erst eingeführte Match Race-Klasse Elliot wieder aus dem Programm zu nehmen. Andererseits ist man in Kiel nicht glücklich, was den Weltcup betrifft.
  • Die schwache internationale Beteiligung zehn Tage nach dem Tourstopp auf dem vorolympischen Revier in Weymouth waren auch schon in der Frühe das Hauptthema beim traditionellen Seglerfrühstück der Vereinigung Schleswig-Holsteinischer Sportjournalisten anlässlich der Kieler Woche in Schilksee.

Viele Asse sind nicht zum Weltcup-Finale 2010/2011 nach Kiel gekommen, weil sie nach diversen Top-Regatten ihre Akkus aufladen wollen. Am Horizont droht sogar schon ein Szenario, das die Kieler Woche in die Zweite Segel-Liga absteigen lassen könnte.

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Ein gestraffter World Cup ab 2013 mit fünf Stopps auf fünf Kontinenten und einem europäischen Zeitfenster jeweils bis Ende Mai ist für die Kieler Woche und ihre Macher nicht denkbar. Aber wirklich nur eine böse Horrorphantasie? „Die Ausschreibung ist noch nicht raus. Wir erwarten sie zwischen November und April und entscheiden dann, ob wir uns bewerben“, erklärte Dirk Ramhorst vom Kieler Yacht-Club.

Dass sich die Regatta in England zwischen die Traditionswettbewerbe in Medemblik (Holland) und Kiel geschoben und damit beiden geschadet habe, kommentiert Göran Petersson als „sehr schade“. „Aber“, so der Weltsegel-Chef, „wir können den Veranstaltern keine Vorschriften machen. Und die Segler entscheiden, wo sie starten und wo nicht.
Petersson unterstrich wiederholt, dass für die ISAF der olympische Status des Segelns überlebenswichtig sei: „Es gibt 28 olympische Disziplinen, aber mindestens 30 stehen vor der Tür und wollen rein.“ Deshalb, so Petersson, messe man zwei Standards des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) besondere Bedeutung bei. Die globale Verbreitung der Sportart und klar nachvollziehbare Entscheidungsprozesse sind oberstes Gebot. „Wenn wir Deutschland bei unseren Abstimmungen mehr Gewicht geben als Vietnam oder Europa mehr als einem anderen Kontinent, wird das für uns politisch sehr schwierig. Wir müssen effizient arbeiten und eine feine Balance finden.“

„Unabgestimmtheiten helfen dem Segelsport nicht weiter“, meinte Kiels Oberbürgermeister Torsten Albig. „Das zieht nur unnötig Kraft aus einem starken Projekt“. DSV-Präsident Rolf Bähr ruderte zunächst in Richtung Weltverband und verwies auf eine stärkere kontinentale Konzentration. „Wir müssen unser Augemerk nicht in die Vergangenheit richten, um zu sehen, was wohlmöglich schief gelaufen ist, sondern wir müssen nach vorn blicken“, so Bähr. Er setzt „auf die Karte Europa“, was bedeutet: Die ISAF macht ihren Weltcup in den geplanten Zeitfenstern, die Kieler Woche konzentriert sich auf eine europäische Veranstaltungsreihe. Allerdings räumte der DSV-Chef ein, eine weitere Diskussion um die Terminierung nochmals anzustoßen.

Eines steht jedoch offensichtlich unumstößlich fest:

„Alles ist disponibel, nur der Termin der Kieler Woche nicht“, sagte der Vorsitzende des Kieler Yacht-Clubs, Dr. Henning Winter. „Die Kieler Woche wird noch existieren, wenn es den Weltcup vielleicht nicht mehr gibt.“

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Über den Author

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Norberto Moreau ist Mitgründer und Teilhaber der Allied Management Ltd Consulting Gruppe (Hongkong, Großbritannien, Spanien). Die Gruppe und seine Partner haben Aktivitäten im Bereich Yachting, Immobilien, Events und Online Business.
Aktivitäten mit eigenen Projekten (70%) / Consulting (30%).

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Norberto Moreau ist verfügbar für Business Consulting weltweit auf Messen, Regatten etc.
⭐️ Umfassende Kenntnisse in Public Relations, Press Media, Social Media.
⭐️ Aufgrund der Erfahrung mit Consulting als temporärer IT-Officer, PR-Officer, Pressesprecher, Social Media Officer versteht er wie Schlüsselpositionen verknüpft sind.
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