Regatten

Quantum Racing in Marseille wieder vorne

Letztes Update: 10. Oktober 2018

Leichter, unsteter Wind machte den Auftakt zur Marseille Trophy am Mittwoch (15. Juni) im Audi MedCup Circuit zur Geduldsprobe für die Segler. Und in beiden Wettfahrten der TP 52-Klasse waren die Nerven an Bord der Regattayachten zum Zerreißen gespannt. Den kühlsten Kopf bewahrte erneut der US-Amerikaner Ed Baird als Skipper auf der „Quantum Racing“. Die gesamtführende Mannschaft nach der ersten von fünf Serien siegte im zweiten Tagesrennen nach einem vierten Platz zuvor und übernahm auch in Frankreich die Tabellenspitze punktgleich vor der spanischen „Bribón“ mit Skipper Gonzalo Araújo. Die „Container“ von Udo Schütz aus Selters kam zweimal schlecht aus den Startlöchern, kämpfte aber um jeden Meter und rangiert im Zwischenklassement nach dem siebten und dritten Einzelplatz auf Rang fünf. Zwei sechste Plätze reichten dem deutsch-französischen Audi Sailing Team powered by All4One (Kiel) zunächst nur zum siebten und vorletzten Rang.

Eine Stunde mussten die Aktiven vor der pittoresken Küste warten, bis sich die vorhergesagte Seebrise einigermaßen durchgesetzt hatte. Bei zwei bis drei Windstärken aus südwestlicher Richtung und etlichen Schwankungen erwischte das italienische Audi Azzurra Sailing Team mit dem Argentinier Guillermo Parada am Steuer einen Nullstart, und gab die Führung bis ins Ziel nicht mehr ab. Während das Audi Sailing Team aus der Mitte heraus halbwegs gut wegkam, wurde die „Container“ abgeklemmt und musste den Kampf von hinten aufnehmen. Mehr als die neu hinzu gekommene britische „Gladiator“ überholten Wieser & Co. jedoch nicht und kamen einen Rang hinter der deutsch-französischen Audi-Konkurrenz ins Ziel. Die hatte zeitweise auf dem vierten Rang gelegen, jedoch im weiteren Verlauf an Boden verloren und wurde Sechste.

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© Stefano Gattini_Studio Borlenghi/Audi MedCup

Auch im zweiten Rennen des Tages, das wegen des unsteten Windes auf den späten Nachmittag verschoben wurde, misslang der Start der „Container“. Doch Taktiker Hamish Pepper aus Neuseeland reagierte sofort, ließ die Crew schnell wenden und als einzige auf die rechte Kursseite hinaus segeln. Das sollte sich schon auf der ersten Kreuzstrecke auszahlen. Mit besserem Wind mischte das Team bereits vor der ersten Tonnenrundung wieder im Mittelfeld mit. Als auf dem letzten Teilstück ins Ziel beim Synergy Russian Sailing Teamaus Russland trotz der immer schwächer werdenden Brise der Spinnaker zerriss, nahm die „Container“ den dritten Podiumsplatz ein und brachte diesen hinter der „Quantum Racing“ und der „Bribón“ sicher ins Ziel.

Schon vor der Ziellinie entschuldigte sich Skipper Markus Wieser bei seiner Crew für die miserablen Starts, die er gesteuert und damit zu verantworten habe. Dabei sah die Position vor der Linie zunächst gar nicht so schlecht aus. „Aber wir hatten keine gute Geschwindigkeit vor dem Startschuss“, erklärte der Starnberger, „und dann waren wir gleich hinten dran.“ Erleichtert war der Steuermann, dass das Risiko in der zweiten Wettfahrt belohnt wurde: „Einfach hinter den anderen herzufahren, bringt ja nichts. Dann haben wir rechts einen Lift bekommen und waren wieder voll dabei.“

Nach zwei guten Starts war sein Pendent Jochen Schümann mit den Rennverläufen des Audi Sailing Teams weniger zufrieden. „Wir haben an mehreren Stellen kleine Chancen verpasst, zum Beispiel beim Auftakt gegen die ‚Quantum‘, danach gegen die ‚Container‘. Einen Moment zu früh oder zu spät gewendet oder gehalst, und schon reihen wir uns in einer Kleingruppe hinten an“, erklärte der dreimalige Olympiasieger. Er war jedoch mit der verbesserte Bootsgeschwindigkeit zufrieden, und bilanzierte den ersten Tag: „Wir sind noch nicht glücklich, aber nicht unzufrieden.“

„Jeder kleine Fehler wird hier teuer bezahlt“, pflichtete ihm Kevin Hall als Navigator der „Quantum Racing“ bei, „das ging uns beim Auftaktrennen nicht anders“. Zwischen zwei Konkurrenten „eingequetscht“ gebe es oft kein Entrinnen mehr. Hall: „Als wir erst die Spitze übernommen hatten, konnten wir sie souverän verteidigen, vor allem am Wind, wo unser Speed außerordentlich hoch ist.“

Die Marseille Trophy des Audi MedCup Circuit wird am Donnerstagmittag (16. Juni) mit zwei weiteren Wettfahrten fortgesetzt. Es wurden erneut leichte Winde vorhergesagt. Die Entscheidungen fallen am Sonntag (19. Juni).

Ergebnisse des Audi MedCup Circuit
Marseille Trophy
(14. – 19. Juni)
Mittwoch, 15. Juni

TP 52
1. Wettfahrt:
1. Audi Azzurra Sailing Team (Italien), 2. Synergy Russian Sailing Team (Russland), 3. Bribón (Spanien), 4. Quantum Racing (USA), 6. Ràn (Schweden), 6. Audi Sailing Team powered by All4One (Kiel), 7. Container (Selters), 8. Gladiator (Großbritannien).
2. Wettfahrt:
1. Quantum Racing, 2. Bribón, 3. Container, 4. Synergy Russian Sailing Team, 5. Ràn, 6. Audi Sailing Team powered by All4One, 7. Audi Azzurra Sailing Team, 8. Gladiator.

Gesamtstand:
1. Quantum Racing (USA), 5 Punkte
2. Bribón (Spanien), 5
3. Synergy Russian Sailing Team (Russland), 6
4. Audi Azzurra Sailing Team (Italien), 8
5. Container (Selters), 10
6. Ràn (Schweden), 10
7. Audi Sailing Team powered by All4One (Kiel), 12
8. Gladiator (Großbritannien), 16
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Über den Author

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Norberto Moreau ist Mitgründer und Teilhaber der Allied Management Ltd Consulting Gruppe (Hongkong, Großbritannien, Spanien). Die Gruppe und seine Partner haben Aktivitäten im Bereich Yachting, Immobilien, Events und Online Business.
Aktivitäten mit eigenen Projekten (70%) / Consulting (30%). Norberto Moreau ist verfügbar für Consulting weltweit auf Messen, Regatten etc.

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