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Der Traum vom Wohnen auf dem Wasser: Wohnboote

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Seinen Wohnort auf dem Wasser statt an Land zu haben, das ist derzeit für viele Menschen ein großer Traum. Ob urban, mitten in der Stadt oder idyllisch, auf einem Fluss oder See umgeben von der Natur. Ob dauerhaft oder für einen bestimmten Zeitraum. Entsprechend groß findet sich das Thema auf der boot Düsseldorf vom 20. bis 28. Januar 2018 wieder.

Auf der führenden Boots- und Wassersportmesse kann man die unterschiedlichsten Konzepte und Ideen zum „Wasserwohnen“ entdecken.

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So klingt der Traum vom Wohnen auf dem Wasser.

„Irgendetwas kitzelt mich an der Nase. Ich wache auf, noch schläfrig öffne ich die Augen. Die Sonne ist es, die schräg durch das bodentiefe Fenster hineinfällt. An der hellen Zimmerdecke direkt über mir tanzen die Lichtreflexe von der Wasseroberfläche draußen. Zufrieden drehe ich mich noch einmal um. Ein Boot fährt vorbei, die Wellen klatschen sanft an den Ponton unterhalb des Schlafzimmerfensters. Möwen schreien, nun schaue ich doch hinaus in den hellen Sommermorgen, auf das glitzernde Blau der Flensburger Förde jenseits der niedrigen Steinmole. Ein, zwei Segler sind da draußen schon unterwegs, nutzen die sanfte Morgenbrise. Den ersten Kaffee des Tages koche ich in der Küche mit vollem Ausblick auf den Hafen und die Förde. Später werden wir auf der kleinen Holzterrasse direkt überm Wasser frühstücken und uns überlegen, was wir alles Wunderbares mit diesem neuen Tag auf dem Meer anfangen werden.“

In schwimmenden Ferienhäuser, die es wie auf der Flensburger Förde schon in vielen Küsten- und Binnenrevieren gibt, lässt sich das Leben auf einem Hausboot für ein langes Wochenende genießen. Und auf Alltagstauglichkeit testen, denn wer das einmal erlebt hat, möchte meistens mehr davon – möglichst immer so wohnen.

Leben auf dem Wasser, das ist inspirierend und beruhigend zugleich, es ist eigentlich ja ganz nah dran am Land und dennoch auch ganz weit entrückt. Kein Wunder, dass immer mehr Menschen sich im Kopf und im Herzen damit beschäftigen.

Einst begann es ganz pragmatisch und eher aus einer Notwendigkeit heraus.

In den Niederlanden der 1950er, 60er und 70er Jahre, als Wohnraum an Land knapp war und immer mehr kleine Frachtschiffe ausgemustert wurden. Heute ist das Leben auf einem Wohnschiff jedoch alles andere als einfach oder gar billig. Die Liegeplätze in den europäischen Metropolen sind gefragt und teuer, und viele Wohnschiffe sind phantasievolle und technisch aufwendige Umbauten, die so manch ein Designerloft in den Schatten stellen.

Hinzu kommen immer mehr neu gebaute Hausboote, von Architekten entworfen, stylish und modern – zu sehen in Amsterdam, Paris oder London ebenso, wie in zunehmend mehr Häfen entlang der Küsten oder Binnenwasserstraßen. In vielen Städten unserer europäischen Nachbarländer gehören Hausboote und Wohnschiffe schon seit vielen Jahrzehnten zum Stadtbild, und fast immer werden die entsprechenden Viertel durch die Boote bunter, lebendiger und attraktiver. So weit sind wir in Deutschland noch nicht. In den Metropolen (Hamburg oder Berlin) liegen nur vereinzelte Hausboote und es ist anscheinend einfacher, in den kleineren Küstenstädten geeignete Liegeplätze zu finden; vor allem entlang der Ostseeküste tut sich da einiges. Schön vor allem für Feriengäste, aber auch für die ersten Dauerbewohner.

Auch in Hamburg sind an einigen Stellen Hausboot-Liegeplätze genehmigt. Diese sind dann für die „Immobilien“ unter den Booten, festliegende Häuser also, die auch an das Ver- und Entsorgungsnetz der Stadt angeschlossen sind. Technisch ist dies die einfachere Lösung, politisch dagegen eher schwierig. Denn die Nachfrage nach Hausboot-Liegeplätzen übersteigt derzeit das Angebot bei weitem – nicht nur in Hamburg. Nicht immer sind die Zuständigkeiten bei den Behörden eindeutig geregelt, oft sind die ans Wasser angrenzenden Flächen als reine Gewerbegebiete ausgewiesen, in denen das Wohnen nicht erlaubt ist. Andere Hürden sind Schiffsverkehr, Tidenhub oder Naturschutz. Obendrein ist für die Behörden das Genehmigungsverfahren für einen Hausbootliegeplatz immer noch Neuland und so wird das Thema entsprechend vorsichtig angegangen.

Einfacher wird es, wenn das Hausboot offiziell als Sportboot zugelassen ist. Dann kann es beispielsweise auch im Yachthafen liegen; allerdings wird es dann unter Umständen technisch aufwändiger: Nicht immer kann man sich da so einfach in die Ver- und vor allem Entsorgungsleitungen einklinken. Dann braucht man zum Beispiel entweder einen Schmutzwassertank, der regelmäßig entleert wird, oder ein bordeigenes Klärwerk. Nicht jedes offiziell als „Sportboot“ zugelassene Hausboot eignet sich zum Fahren: Ein kleiner Außenbordmotor, der an einem eher großen Ponton mit Haus drauf befestigt ist, kann höchstens mal beim Manövrieren helfen, wenn beispielsweise innerhalb eines Hafens der Liegeplatz gewechselt werden muss.

Ob Sportboot oder Immobilie, die Frage entscheidet schon mit über das „Fundament“ des schwimmenden Hauses. Möglich sind Schwimmkörper unter anderem aus seewasserbeständigem Aluminium oder aus Beton. Beide Materialien haben ihre Vorteile, beide sind so gut wie wartungsfrei. Für die „Sportboote“ muss es schon Aluminium sein, auch ist ein Betonschwimmer für manche Steganlagen zu schwer – letztendlich ist das, wie so vieles andere auch, immer eine Frage der jeweiligen Gegebenheiten. Die Lösungen sind so individuell, wie die Hausboote und deren Bewohner.

Noch einmal anders verhält es sich mit den fahrenden Wohnschiffen. Dies sind dann tatsächlich voll fahr- oder segeltaugliche Schiffe, die aber ebenfalls zum dauerhaften Bewohnen genutzt werden. Beliebt in dieser Kategorie sind die umgebauten Binnenfrachter vor allem aus den Niederlanden, aber auch aus Belgien oder Frankreich, die, zwischen rund 20 und 30 Meter Länge, irgendwann zu klein wurden um noch rentabel Fracht zu fahren; die aber von ihrer Größe her zum Bewohnen ideal sind. Sie bieten sehr viel Raum an Bord und lassen sich, mit einiger Übung, trotzdem noch fahren. Allerdings, diese Art von Schiff kann schon mal 100 Jahre oder noch älter sein und nicht alle sind perfekt restauriert. Am professionellen Gutachter sollte man beim Kauf solch eines Schiffes also auf keinen Fall sparen. Etliche Makler vor allem in den Niederlanden haben sich auf die Vermittlung solcher fahrenden Wohnschiffe spezialisiert.

Zum Ausprobieren kann man zuerst einmal einen ausgedehnten Urlaub machen auf einem kleinen, mobilen Urlaubs-Hausboot wie sie zum Beispiel von den Charterunternehmen auf der boot Düsseldorf angeboten werden. Solch ein Urlaubshausboot ist mit rund zehn bis 12 Meter Länge deutlich kleiner als ein echtes, fahrendes Wohnschiff oder ein festliegendes Hausboot, bietet aber auch schon allen Komfort, den man von diesem Bootstyp als Einsteiger erwartet.

In der Regel sind Hausboote zum Chartern ausgestattet mit: Mindestens zwei Schlafzimmern, Dusche und WC, einer gut funktionierenden Küche, einem Salon (der wäre dann das Wohnzimmer), oft mit Panoramablick nach draußen. Meist haben die Boote auch eine schöne Terrasse. Natürlich gibt es Strom, fließendes heißes und kaltes Wasser sowie eine Heizung für die kühlen Frühjahrs- oder Herbstnächte. Und fast immer auch eine Badeplattform im Heck.
Diese Boote werden auf vielen attraktiven Binnenrevieren in Deutschland, den Niederlanden, Frankreich, England und anderswo angeboten.


 

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Über den Author

norbertomoreau

Norberto Moreau ist Mitgründer und Teilhaber der Allied Management Ltd Consulting Gruppe (Hongkong, Großbritannien, Spanien). Die Gruppe und seine Partner haben Aktivitäten im Bereich Yachting, Immobilien, Events und Online Business.
Aktivitäten mit eigenen Projekten (70%) / Consulting (30%).

Norberto Moreau ist verfügbar für Consulting weltweit auf Messen, Regatten etc.

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