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Die deutsche Wassersportbranche behauptet sich in einem schwierigen Umfeld

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Nach der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 gab es zahlreiche Stimmen, die eine mittelfristige Erholung des Marktes voraussahen.

Internationaler Bootsmarkt
Nach der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise 2008 gab es zahlreiche Stimmen, die eine mittelfristige Erholung des Marktes voraussahen. Tatsächlich hatte sich der internationale Bootsmarkt in den Jahren 2010 und 2011 deutlich verbessert. Wie bekannt hat sich diese Entwicklung 2012 und 2013 nicht fortgesetzt. Im Gegenteil, die europäische Bootsbranche musste einen erneuten Rückschlag hinnehmen. Die Produktionszahlen der europäischen Bootshersteller im Jahr 2013 lagen auf dem Niveau des Vorjahres und damit nur knapp über den Ergebnissen des Krisenjahres 2009. Allerdings deutet der bisherige Verlauf der Messesaison auf eine Erholung des Marktes im kommenden Jahr hin.

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Von der Nachfrageschwäche der letzten Jahre sind auch die deutschen Bootshersteller betroffen, die mehr als 85% ihrer Produktion ins Ausland exportieren. Insbesondere die traditionell wichtigen Absatzmärkte am Mittelmeer leiden unter der Schuldenkrise. Die nun eingeleiteten rigiden Sparkurse zur Sanierung der Staatshaushalte entziehen den Verbrauchern finanzielle Mittel, insbesondere für Freizeitaktivitäten. Rückgänge in den für die deutschen Hersteller traditionell wichtigen Mittelmeerländern können durch die Erschließung neuer Märkte wie Brasilien oder China nicht kompensiert werden.

Trotz dieser angespannten Lage haben sich die deutschen Bootshersteller auf den Auslandsmärkten dank fortlaufender Produktinnovationen gut behaupten können. Dazu trägt bei, dass sich die beiden großen deutschen Hersteller Bavaria Yachtbau und HanseGroup verstärkt im Motoryachtsegment engagieren. Erst kürzlich übernahm die HanseGroup die Markenrechte des in Schwierigkeiten geratenen britischen Hersteller Sealine und baute damit ihr Angebotsprogramm in Bereich hochwertiger Motoryachten weiter aus.

Im ersten Halbjahr 2013 hat sich der Export im Segelbootsegment im Vergleich zum Vorjahreszeitraum wertmäßig um 18,5% und im Motorbootsegment um 12,1% erhöht. Insgesamt wurden 676 Segelyachten im Wert von 81,3 Mio. Euro und 545 Motoryachten im Wert von 66,2 Mio. Euro exportiert. Während der Exportwert bei Segelyachten unter 12 m Länge (-9,5%) sowie bei Motoryachten unter 7,5 m Länge (-18,4%) abnahm, ist die Exportsteigerung im Bereich größerer Yachten beträchtlich. Segel- und Motoryachten über 12 m Länge haben wertmäßig um 55,4% bzw. um 23,1% zugelegt.

Der deutsche Bootsmarkt bleibt stabil
Angesichts der Situation auf den Auslandsmärkten, stellt sich die Lage auf dem deutschen Markt durchaus positiver dar. Nach einer bundesweiten Konjunkturumfrage des Verbandes zum Jahresende berichten 61% (Vorjahr: 66%) der Segelboot- und 59% (Vorjahr: 62%) der Motorboothändler von gleichbleibend guten oder besseren Geschäften als im Vorjahr. Trotz geringer Einbußen bleibt damit die Lage im Vergleich zu den angesprochenen Auslandsmärkten entspannt. Die guten wirtschaftlichen Rahmendaten mit positivem gesamtwirtschaftlichem Wachstum und geringen Arbeitslosenzahlen bilden eine stabile Grundlage für die weitere Entwicklung.

Neuboote
Trotz der guten gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben sich die Erwartungen an das Neubootgeschäft im Jahr 2013 nicht ganz erfüllt. Insbesondere im mittleren Preissegment zwischen 50 und 150 Tsd. Euro war eine gewisse Kaufzurückhaltung deutlich spürbar. Die Kunden dieses Bootsbereiches entstammen vorwiegend der Mittelschicht, die von der Steuer- und Abgabenlast überproportional betroffen sind und sich mit stagnierenden Haushaltsnettoeinkommen konfrontiert sehen. Generell gilt: Die Käufer verhalten sich ausgesprochen preisbewusst und sind bereit für ein günstigeres Angebot auch weitere Anfahrwege in Kauf zu nehmen.

Das zunehmende Interesse an trailerbaren Sportbooten hat sich auch in diesem Jahr fortgesetzt. Besonders Neueinsteiger in den Motorbootsport nutzen die breiten Einsatzmöglichkeiten in der Heimatregion und während der Urlaubszeit, die ihnen dieses Bootssegment bietet. Besonders im Trend liegen mit Außenbordern motorisierte Boote, die einen geringeren Serviceaufwand und Treibstoffverbrauch mit sich bringen.

Das Interesse an hochwertigen Segel- und Motoryachten im höheren Preissegment ist nach wie vor stabil. Allerdings erschweren die sinkenden Gebrauchtbootpreise einen noch besseren Geschäftsverlauf, da sich die Schere zwischen Neubootpreis und dem Preis der in Zahlung gegebenen Yacht immer weiter öffnet.

Gebrauchtboote
Die Lage auf dem Gebrauchtbootmarkt bleibt weiterhin schwierig. Zum einen führt die demografische Entwicklung dazu, dass zunehmend Bootseigner aus Altersgründen ihr Freizeithobby aufgeben und zum anderen trägt die Marktentwicklung in den Mittelmeerstaaten aber auch z.B. in den Niederlanden dazu bei, dass immer mehr gebrauchte Yachten auf den Markt gelangen. Beides führt zu einer erheblichen Erhöhung des Gebrauchtbootangebotes und, da diesem Angebot keine entsprechende Nachfrage gegenübersteht, zu sinkenden Preisen. Von dieser Entwicklung weniger betroffen sind lediglich qualitativ besonders hochwertige und wertstabile Gebrauchtyachten von Werften, die auf längere Produktzyklen setzen.

Neueinsteiger in den Segel- und Motorbootsport profitieren von dieser Entwicklung. Niemals zuvor war es günstiger eine gut gepflegte und bestens ausgestattete Yacht zu erwerben.

Positive Impulse nach zähem Start in die Wassersportsaison 2013
Die schlechten Wetterbedingungen bis weit in den Mai hinein haben den Start in die Saison erheblich verzögert. Dennoch berichten 45,2% (Vorjahr: 35,5%) der befragten Unternehmen aus allen Branchensegmenten zum Jahresende über Umsatzsteigerungen im Vergleich zum Vorjahr; weitere 23,8% sprechen von Umsätzen auf dem guten Vorjahresniveau. Der späte Start in die Wassersportsaison konnte also durch die guten Sommermonate mehr als ausgeglichen werden. Besonders erfreulich: Selten wurde in den Monaten Juli und August soviel Boot gefahren wie in diesem Jahr. Die Bootseigner werden die Saison 2013 daher zweifellos in guter Erinnerung behalten und, so die berechtigte Hoffnung der Branche, diese positive Erfahrung in die kommende Saison mitnehmen.

Charter
Zu Beginn der Chartersaison an Ostern lagen viele Yachten noch an Land oder im Eis sodass zahlreiche Verträge storniert werden mussten. Durch die guten Sommermonate Juli und August konnten die Umsatzrückgänge aus dem Frühjahr nicht komplett aufgefangen werden. Die Gesamtumsätze an der Ostsee und im Binnenbereich liegen daher knapp unter dem Vorjahresergebnis. Allerdings sind viele Charterkunden in sonnigere Regionen rund um das Mittelmeer ausgewichen. Davon profitieren die Charteranbieter, die neben Inlands- auch Auslandsdestinationen im Programm haben. Insgesamt beurteilen 90,6% (Vorjahr: 91,2%) der Charterunternehmen die Saison 2013 gleich gut oder besser im Vergleich zum Vorjahr.

Die Überkapazitäten sowohl im Bereich der Inlands- als auch im Bereich der Auslandscharter forcieren den Preiswettbewerb. Die führenden Anbieter setzen daher auf bestens gepflegte Yachten und professionellen Kundenservice. Zunehmend nachgefragt bleiben komplett durchorganisierte Charterferien mit hohem Erlebniswert. Hierzu gehören Fun-Regatten, aber auch Angebote, bei denen verschiedene Freizeitaktivitäten wie Tauchen, Stand Up Paddling, Windsurfing oder Jetski mit dem Chartertörn verbunden werden.

Ausrüstung & Zubehör/Refit
Im Bereich Ausrüstung & Zubehör ist die Situation vergleichbar. Viele Yachten lagen lange im Winterlager und wurden an den ersten warmen Tagen eilig zu Wasser gelassen. Zeit für die üblichen Wartung- und Servicearbeiten und den Einbau neuer Ausrüstung blieb da kaum und wurden auf den Herbst oder das kommende Frühjahr verschoben.

Nach zähem Start in die Saison hat allerdings der gute Sommer für positive Impulse gesorgt. Dennoch ist es auch den Ausrüstern nicht gelungen die Verluste im Frühjahr vollständig zu kompensieren. Zum Jahresende rechnet die Branche mit einem Umsatzrückgang von 3-5%. Immerhin berichten rund dreiviertel der Zubehöranbieter von gleich guten oder besseren Geschäften als im Vorjahr.

Dem Trend entsprechend, die vorhandene Yacht länger zu nutzen, investieren die Eigner weiterhin in die Ausstattung ihrer Boote. Hochwertige Komfort- sowie Navigations- und Kommunikationstechnik liegen besonders im Trend.

Zufrieden mir dem bisherigen Saisonverlauf sind die Service- und Refitbetriebe. 85,1% der Unternehmen (Vorjahr: 91,2%) sprechen von gleichbleibend guten oder besseren Geschäften als im Vorjahr. Von dem anhaltenden Trend in den Werterhalt der eigenen Yacht zu investieren profitieren auch diejenigen Bootshandelsbetriebe, die diesen Angebotsbereich in den letzten Jahren strategisch ausgebaut haben.

Deregulierung beflügelt den Markt
Ein Lichtblick ist die Ausweitung der Führerscheinfreigrenze von 5 auf 15 PS. Der Absatz an 15 PS Motoren hat sich in den ersten 10 Monaten des Jahres 2013 um 150% erhöht.

Besonders positiv ist, dass sich trotz der erwarteten Rückgänge in den unteren PS-Klassen auch die Gesamtzahl an verkauften Motoren bis 15 PS um rund 8 % erhöht hat. Das mit der neuen Regelung verbundene Medieninteresse hat den Markt kleiner Boote und Motoren also auch insgesamt beflügelt. Nun kommt es darauf an, verstärkt Einsteiger für den Bootssport zu gewinnen. Bisher geht der Großteil der Absatzsteigerung in der 15 PS Klasse auf Aufsteiger zurück.

Die neue Regelung schafft auch im Vermietbereich neue Möglichkeiten. Boote bis zu einer Länge von ca. 9 m Länge können mit 15 PS Motoren ausreichend motorisiert werden. Insbesondere im Binnenbereich wird das Angebot an Motor- und Hausbooten in diesem Größenbereich deutlich zunehmen.

Insgesamt rechnet die Branche für das Jahr 2013 mit einem Gesamtumsatz an maritimen Gütern und Dienstleistungen knapp unter dem Vorjahresniveau von 1,75 Mrd. Euro. Nicht berücksichtigt in dieser Zahl sind die Umsätze im Megayachtsegment.

Ausblick
Der Aufschwung der deutschen Wirtschaft wird sich nach Einschätzung des Instituts für Weltwirtschaft (IWF) weiter fortsetzen und im kommenden Jahr noch an Tempo zulegen. Nach einem Wirtschaftswachstum von 0,5% im Jahr 2013 erwartet das Institut für 2014 ein Wachstum von 1,8% und damit deutlich mehr als für die Eurozone insgesamt prognostiziert wird. Davon wird auch die maritime Wirtschaft in Deutschland profitieren. Für das kommende Jahr rechnet die Branche mit einer Umsatzsteigerung von 3%. Auch die Unternehmen schauen mit zunehmendem Optimismus in die Zukunft. 79,2% der Unternehmen (Vorjahr: 64,8%) erwarten in den kommenden 2-3 Jahren gleich gute oder bessere Geschäfte.

Mittelfristig wird die Entwicklung der Wassersportwirtschaft in Deutschland auch davon abhängen, ob das derzeit vorhandene Netzwerk an Bundeswasserstraßen erhalten bleiben wird. Nach Plänen des Verkehrsministeriums sollen zukünftig Erhaltungsinvestitionen in sogenannte Restwasserstraßen, die für den Wassersport eine erhebliche Bedeutung haben, unterbleiben. Immerhin hat die neue Bundesregierung im Koalitionsvertrag angekündigt ein Wassertourismuskonzept vorzulegen und ist damit den Forderungen des Verbandes gefolgt.

Bundesverband Wassersportwirtschaft e.V., Gunther-Plüschow-Str. 8, 50829 Köln



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Quellen: boot.de | Facebook | Twitter | Youtube
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Über den Author

norbertomoreau

Norberto Moreau ist Mitgründer und Teilhaber der Allied Management Ltd Consulting Gruppe (Hongkong, Großbritannien, Spanien). Die Gruppe und seine Partner haben Aktivitäten im Bereich Yachting, Immobilien, Events und Online Business.
Aktivitäten mit eigenen Projekten (70%) / Consulting (30%).

CONSULTING:
Norberto Moreau ist verfügbar für Business Consulting weltweit auf Messen, Regatten etc.
⭐️ Umfassende Kenntnisse in Public Relations, Press Media, Social Media.
⭐️ Aufgrund der Erfahrung mit Consulting als temporärer IT-Officer, PR-Officer, Pressesprecher, Social Media Officer versteht er wie Schlüsselpositionen verknüpft sind.
⭐️ Er ist reiseerfahren und unabhängig.
⭐️ Nutzt fließend mehrere Sprachen für Konferenzen, Verhandlungen, Verträge, journalistische Artikel und Social Media.

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