Regatten

EINE PRESTIGETRÄCHTIGE WOCHE, DIE NIEMAND VERPASSEN SOLLTE

Fesselnd, herausfordernd, mitreißend und angetrieben von einer konstanten Evolution in Design und Technologie hat die 23. Ausgabe des Maxi Yacht Rolex Cup in Porto Cervo auf Sardinien einmal mehr ihren eigenen Status als ein führendes Event der Segelwelt bestätigt.

Die Auflage 2012 wird als herausragend und herausfordernd in die Geschichte eingehen, gekennzeichnet durch spannende Wettbewerbe und extreme wechselhafte Windbedingungen.

1980 aus der Taufe gehoben und seit 1985 das Juwel im internationalen Regattaportfolio von Rolex zog der vom Yacht Club Costa Smeralda (YCCS) und der internationalen Maxi-Klassenvereinigung IMA organisierte Event 34 internationale Maxi-Yachten an. Alle größer als 60 Fuß (18,29 Meter) boten sie eine Woche Regattasegeln auf Top-Niveau.

Für Eigner und Crews gleichermaßen ist der Maxi Yacht Rolex Cup der niemals zu verpassende Eintrag im Segelkalender. Der US-Amerikaner Hap Fauth hatte sicher gespürt, dass es das perfekte Setup für seine brandneue, 21,94 Meter lange Mini-Maxi Bella Mente sein würde:

„Hier ist es spektakulär. Dies ist wohl der feinste Platz zum Segeln im gesamten Mittelmeer. Wir lieben es, hier zu sein; die Hospitality ist phantastisch, und die IMA macht einen großartigen Job für die Rennen. Die Konkurrenz ist super, wer wäre nicht gerne hier?“
„Ich bin hier schon zum zehnten oder elften Mal“, kommentiert Brian Benjamin, Eigner der 25,08-Meter-Maxi der Racer/Cruiser-Kategorie, Aegir (Großbritannien),
„Der Event ist jedes Jahr die erste Eintragung in unserem Kalender. Als Gott das Segeln erfunden hat, baute er dieses kleine Revier hier für uns, um darin zu spielen. Es hat immer Wind, die Inselkurse und der Yacht Club Costa Smeralda sind großartig.“

Auch für die Segler bietet die Vielfalt der Regattakurse, oft an schroffen Felsvorsprüngen vorbei mit drehenden Winden, zahlreiche aufreibende und unerwartete taktische Herausforderungen.

„Am Maxi Yacht Rolex Cup teilzunehmen, bedeutet großartige Boote, eine Szenerie, blaues Wasser, herausfordernde Wetterbedingungen. Es ist immer wieder anders“, sagt Mike Broughton, Navigator auf der klassischen 39,50-Meter-J-Class-Yacht Velsheda (Großbritannien).

Diese Sichtweise teilt Mike Sanderson, ISAF Rolex Weltsegler des Jahres 2006, Stratege der Bella Mente.

„Der Höhepunkt für mich bei den Maxis ist, die Hardware zu sehen, eine Kollektion von phänomenalen Booten. Es ist ein wundervoller Event, der mich jedes Mal beeindruckt in punkto der leistungsstarken Yachten.“

Große Designs

In der Tat bietet der Maxi Yacht Rolex Cup einen Blick auf die aktuell vorherrschenden Trends im Design von Maxi-Yachten. 1980 entstanden war der Event als einzigartige Gelegenheit für die Maxi-Klasse geboren worden, die erstmals in den 70er-Jahren auftrat, sich in exklusiver Umgebung unter Gleichgesinnten direkt miteinander zu messen. Seitdem war er ein unverzeihliches, atemberaubendes Testrevier für ambitionierte, bahnbrechende Designs von Maxi-Yachten.

Drei der 34 Teilnehmer in diesem Jahr waren Neubauten, die einige signifikante Wechsel in der Welt der Maxi-Yachten mit sich brachten. Die Bella Mente und Alessandro Rombellis Stig aus Italien stürmten in das leistungsdicht besetzte Mini-Maxi-Feld und nahmen an der dritten Mini-Maxi Rolex Weltmeisterschaft teil. Die zwei neuen 72-Füßer kamen mit dem Mandat der Herausforderer in eine Klasse, die bis dahin von Niklas Zennströms erprobter und zweimaliger Mini-Maxi Rolex Weltmeisterin Rán 2 unter britischer Flagge dominiert wurde.

Es ist eine beispielhafte Klasse was die Projektaktivitäten anbelangt. Sie spiegeln die Genugtuung einer Gruppe ausgesprochen wettbewerbsorientierter Eigner wider, die es genießen, in ähnlich großen Booten intensiv gegeneinander anzutreten. Der Trend erfreut die Mini-Maxi-Eigner. Zennström begrüßt die Verstärkung der Konkurrenz:

„Mit vier sehr ähnlichen 72-Füßern gibt es viele Zweikämpfe und taktische Situationen. Dies ist die Weltmeisterschaft. Sie sollte schwierig zu gewinnen sein. Und genauso wollen wir es haben.“

Währenddessen dient die Wally Cento als beispielhaftes Vorlagendesign. Das erste Exemplar, Charles Dunstones Hamilton aus Großbritannien, gab ihr Debüt in dieser Regattawoche.

„Die Idee war es, Boote in einer bestimmten Größe zu bauen, die zwei Ziele verfolgen. Sie sollen als Fahrtenschiff, aber auch als Regattaboot benutzt werden können. Mit dem größtmöglichen Leistungspotential sollen sie jedoch aus diesem Kompromiss heraus kommen“, erklärt der führende Yachtkonstrukteur Rolf Vrolijk vom Designbüro judel/vrolijk aus Bremerhaven.

Sir Lindsay Owen-Jones, der mit seiner 28,53-Meter-Wally Magic Carpet 2 (Großbritannien) dabei war, und die Yachtdesigner Reichel/Pugh aus San Diego in Kalifornien arbeiten derzeit an der zweiten Wally Cento, der künftigen Magic Carpet 3, die 2013 fertig sein soll.

„Das ist ein aufregendes Projekt“, erklärte Pugh, Präsident und Mitgründer des bekannten Studios. „Es ist kein komplettes Renndesign und muss den Klassenregeln von Mindestkomfort unter Deck entsprechen. “

Antrieb und Bestimmung

Der einwöchige Wettbewerb sah vier Wettfahrttage und zwei, die dem Wetter zum Opfer fielen – Tag zwei ging in Gewittern und sintflutartigen Regenfällen unter, am letzten fehlte konstanter Wind. Das war eine ständige Herausforderung für die Crews. Auf dem Revier von Porto Cervo zu gewinnen, ist schwierig und erfordert starke Nerven, harmonische Teamarbeit, Zielstrebigkeit und manchmal viel Geduld.

Am ersten Wettfahrttag kollidierten sowohl die 21,80 Meter lange Mini-Maxi Shockwave (USA) als auch Lord Irvine Laidlaws 25,25 Meter langer Maxiracer Highland Fling (Monaco) mit in den Seekarten nicht verzeichneten Felsen unter Wasser. Über Nacht musste repariert werden, um die Yachten wieder startklar zu machen. Das bewies, dass das Segeln auf den verzweigten Küstenkursen durch den Maddalena-Archipel nicht immer so idyllisch ist, wie es auf den ersten Blick scheint.

Einige Crews mochten die wechselhaften Bedingungen mehr als andere. Tom Whidden, taktischer Berater auf der Magic Carpet 2, erklärte, warum es so wichtig ist, die ständigen Wechsel beim Wetter und auf dem Kurs zu adaptieren:

„Rund um die Inseln musst du vorausschauend denken und ahnen, was um die Ecke auf Dich zukommt, weil die großen Yachten nur unter bestimmten Segeln richtig schnell sind, immer abhängig vom Einfallswinkel und von der Windstärke. Wenn Du das falsche Segel oben hast, kann es auf Booten dieser Größe oft nicht schnell genug getauscht werden, denn das ist ein Problem für die Crew.“

Für alle Crews ist eine effiziente Kommunikation Voraussetzung beim Treffen von Entscheidungen und beim Ablauf von Schlüsselmanövern. In der Vergangenheit wurden die Anweisungen auf großen Booten von der Crew mit Rufen entlang der Reling übermittelt. Bei der Intensität der Wettfahrten war das nicht besonders effizient und führte nicht selten zu Chaos.

„Auf der Velsheda braucht es eine ganze Menge Menschen, um das Bergen des Spinnakers zu koordinieren“, bestätigt Broughton. „Die Größe der Segel und des Riggs sind gewaltig, das ist eine andere Art des Segelns. Die Kommunikation ist wirklich eine der größten Herausforderungen, aber es funktioniert mit Kopfhörern über Funk ganz gut.“

Nur das technisch ausgereifteste Boot zu haben, ist jedoch für einen Sieg bei einem Event wie dem Maxi Yacht Rolex Cup nicht genug. Teamwork ist gleichermaßen ein Schlüsselfaktor für den Erfolg. Steve Hayles, Navigator der Rán 2, glaubt, der Zusammenhalt der Crew war für die eindrucksvolle Leistung mit Platz zwei bei der Mini-Maxi Rolex WM entscheidend.

„Wir sind ein Team, das bereits seit fünf Jahren zusammensegelt. Es ist eine eingeschworene Gemeinschaft, jeder tritt für den anderen ein.“

Gewinner ausgezeichnet

In einer Woche gegensätzlicher Bedingungen und Kurse, die von der Regattaleitung festgelegt wurden, gewannen die Mannschaften, die sich am besten auf die ständig wechselnde Umgebung einstellen konnten.

Die Mini-Maxi Rolex Weltmeisterschaft bot einen phantastischen Wettbewerb von zwölf Booten. Zwischen Zennströms Rán 2 und Hap Fauths Bella Mente entbrannte ein dramatischer Zweikampf. Letztere führte die ganze Woche ehe die Rán 2 am vorletzten Tag punktgleich zog. Beide Crews hatten drei Rennen gewonnen, aber bei den weiteren Einzelplätzen brachte das US-Team einen zweiten gegenüber einem vierten der Konkurrenz ein und beendet damit die Vorherrschaft von Zennström seit der Premiere 2010.

„Es war eine großartige Woche mit hervorragenden Segelbedingungen, und wir sind begeistert über den Ausgang. Es ist eine Ehre, mit diesen Jungs auf einer Bahn zu sein. Das ist Gentlemen-Segeln. Es ist das spannendste Wettsegeln, das ich je gemacht habe“, erklärte Fauth, der seiner Crew das größte Lob aussprach.
„Wir leben jeden Tag zusammen. 30 Mann reisen mit dem Team, so lernen sich alle richtig gut kennen. Wir gewinnen zusammen, wir verlieren zusammen und hoffentlich haben wir beides gelernt.“

In der sehr heterogenen Maxi-Racing-Klasse, in der vier völlig verschiedene Yachten antraten, war Igor Simcics 30,48 Meter (100 Fuß) lange Esimit Europa 2 in der Woche das schnellste Boot auf dem Wasser. Nach berechneter Zeit hatte sie das Rampenlicht allerdings mit der Highland Fling und der Velsheda zu teilen. Nachdem drei Crews auf acht Punkte kamen, entschied der letzte Tagessieg zu Gunsten von Simcics pan-europäischer Crew unter Führung des dreimaligen Olympiasiegers Jochen Schümann aus Penzberg.

„Wir gewinnen schon seit Beginn der Saison“, sagte Simcic, der auch 2010 Klassensieger war. „Diese Küstenrennen sind zwar nicht die ideale Art von Wettfahrten für unser Boot, besonders bei Starkwind nicht. Aber das Team hat hart gearbeitet, da jede Sekunde zählte.“

In der Klasse Maxi Racing/Cruising offen für Yachten, die gleichermaßen fürs Fahrten- und fürs Regattasegeln gebaut wurden, wiederholte Benjamins Aegir 2 mit vier Tagessiegen den 2010 gewonnenen Titel.

„Die Konkurrenz ist auf ähnlichem Niveau wie 2011“, bekräftigte Benjamin. „Wir haben in den zwei Wochen zuvor einen Fahrtentörn gemacht und werden das auch im Anschluss wieder tun. Das zahlt sich dann aus und macht einen Großteil der eingespielten Mannschaft aus.“

Die Wally Magic Carpet 2 hatte vermutlich ihren letzten Auftritt auf dem Event bevor der Eigner mit einer neuen Wally Cento mit Namen Magic Carpet 3 wiederkommt. Trotz drei Tagessiegen in fünf Rennen sah sich die Crew harter Gegenwehr des Kölners Thomas Bscher mit seiner 28,60 Meter langen Open Season ausgesetzt, die beide unter britischer Flagge segeln. Für Owen-Jones war es nach 2006 und 2008 der dritte Gesamtsieg.

„Es ist immer extrem aufregend und unsicher bis zum letzten Moment“, kommentierte Owen-Jones, „es trennen uns meist nur Sekunden, und die Boote sind vom Handikapfaktor immer her sehr ähnlich. In einem einzigen Moment, der schief geht, kann sich das Blatt wenden.“ Wie Fauth führt Owen-Jones den Erfolg auf die langjährige Zusammenarbeit seines Teams zurück: „Ich habe versucht, die besten auszusuchen, und ich habe kein Problem damit, wenn jemand besser ist als ich selbst!“

Filip Balcaens 34,13 Meter lange Nilaya hatte in der Supermaxi-Klasse für die größten Yachten kurzen Prozess gemacht. Die Nilaya war die kleinste Supermaxi, zu denen auch die 66 Meter lange Hetairos gehörte, das größte Boot, das jemals am Maxi Yacht Rolex Cup teilgenommen hat. Wie auch immer, Größe allein ist nicht alles. Die Nilaya war die einzige Supermaxi mit Regattagarderobe und konnte die Manöver viel schneller ausführen, als ihre Gegner. Das lag auch an der Teamarbeit einer Mannschaft, die schon mehr als zehn Jahre zusammen segelt.

Eine ereignisreiche Woche auf dem Wasser wurde mit der feierlichen Preisverteilung auf der Piazza Azzurra vor dem Yacht Club Costa Smeralda abgeschlossen. Die Siegercrews bekamen eine edle Rolex Uhr in Anerkennung ihrer Leistungen bei einem hochklassigen Event, dessen Stern weiter aufsteigt.


Maxi Yacht Rolex Cup – Porto Cervo, Sardinia, Italy – September 2-08, 2012
Der Maxi Yacht Rolex Cup wird vom Yacht Club Costa Smeralda und der internationalen Maxi-Klassenvereinigung IMA in enger Zusammenarbeit mit Rolex organisiert. Ein erstklassiges Rahmenprogramm begleitet die Regatta, darunter die Rolex Crew Party und die finale Preisverteilung, auf der den Gewinnern die Maxi Yacht Rolex Cups und edle Rolex Uhren überreicht werden.
#MYRC #Maxis #portocervo

Artikel über Maxi Yacht Rolex Cup.

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Fotos: Rolex / Carlo Borlenghi (info / EN), Daniel Forster, Kurt Arrigo
Quelle: yccs.it

Über den Author

norbertomoreau

Norberto Moreau ist Teilhaber und Digital Marketer der Gruppe Allied Management Ltd (Hong Kong, London, Valencia). Die Gruppe und seine Partner haben Aktivitäten im Bereich Yachting, Immobilien und Online Business.