Regatten

Maxi Yacht Rolex Cup 2012: ZURÜCK ZUR FORM

Nach zwei untypischen Tagen mit unstetem Wetter kehrte am Donnerstag (6. September) der für den Nordosten Sardiniens charakteristische blaue Himmel mit bestechendem Sonnenschein zurück.

Die Wettfahrten des Maxi Yacht Rolex Cup 2012 genossen eine mäßige westliche Brise von 12 bis 15 Knoten und ruhige See. Die gesamtführende Bella Mente (USA) verteidigte die Spitze der Mini-Maxi Rolex Weltmeisterschaft durch einen ersten und einen zweiten Rang.

Weiterhin vorn liegen die Tagessieger der Wertungsklasse Maxi Racing, die J-Class-Yacht Velsheda, die Supermaxi-Yacht Nilaya und die Wally Magic Carpet² (alle Großbritannien). Die Altair aus Italien (Maxi Racing/Cruising) gewann das 36 Seemeilen lange Küstenrennen, aber die britische Aegir blieb insgesamt knapp vorn. Schnellste Yacht auf dem Kurs war erneut die slowenische Esimit Europa 2 mit dem dreimaligen deutschen Olympiasieger Jochen Schümann am Steuer. Sie brauchte nur etwas mehr als zwei Stunden und 35 Minuten.

Ein Flug der Schnellsten

Das Feld der Wertungsgruppe Maxi Racing ist ohne Frage mit den unterschiedlichsten Bootstypen besetzt. Vier völlig gegensätzliche Yachten treten gegeneinander an. Die schnellste der Woche, Igor Simcics raketenhafte 100 Fuß lange Esimit Europa 2, trifft auf Lord Irvine Laidlaws 25,24 Meter lange Highland Fling unter der Flagge Monacos, die elegante 39,50-Meter-J-Class Velsheda und die 35-Meter-Yacht Firefly aus den Niederlanden, eine modern nachgebaute J-Class-Yacht. Durch die enorm unterschiedlichen Designs reagieren die diese vier Boote völlig verschieden auf die wechselnden Windbedingungen, die der Maxi Yacht Rolex Cup bisher mit sich brachte.

Juan Vila aus Spanien ist der Profi-Navigator der Esimit Europa 2:

„Die Küstenkurse sind ausgesprochen aufregend, wir segeln oft ganz dicht an den Felsen vorbei. Am Donnerstag war der Wind konstanter als an den Vortagen, weniger Wolken und eine leichtere Brise. Wir wollten an jeder Ecke so viele Meter wie möglich herausholen.“

Obwohl das nach gesegelter Zeit eindrucksvoll gelang, war dies offenbar nicht genug, um die Velsheda und die zweitplatzierte Highland Fling nach berechneter Zeit zu schlagen.

Die Crew der Velsheda genießt ihre Zeit in der Sonne und landete bereits den zweiten Tagessieg, weil sie offenbar von den wechselhaften Bedingungen profitiert.

„Da wir eines der schwereren Boote hier sind, ziehen die Esimit und die Highland Fling meist schnell davon“, meint Navigator Mike Broughton. „Es ist ausgesprochen schwierig, immer die richtigen Segel zu wählen, besonders zwischen den Inseln. Eine J-Class-Yacht wenige Meter zwischen die Felsen zu steuern, birgt große Risiken, in Flautenlöchern oder Winddrehern hängen zu bleiben.“

Auf so einem großen Schiff, das von einer Crew mit mehr als 35 Personen gesegelt wird, ist eine effiziente Kommunikation auf dem Wasser der Schlüssel zum Erfolg.

„Es braucht eine ganze Menge Menschen, um das Bergen des Spinnakers zu koordinieren“, bestätigt Broughton. „Die Größe der Segel und des Riggs sind gewaltig, das ist eine andere Art des Segelns. Die Kommunikation ist wirklich eine der größten Herausforderungen, aber es funktioniert mit Kopfhörern über Funk ganz gut.“

Peter Holmberg bestimmt die Taktik auf dem Titelverteidiger der Klasse, Highland Fling. Der schaut zurzeit dank drei klaren zweiten Plätzen in Folge „über die Schulter“ der Velsheda.

„Es war bisher ziemlich ereignisreich und alles andere als einfaches Segeln. Am ersten Tag haben wir einen nicht in den Seekarten verzeichneten Felsen getroffen, aber wir konnten das Rennen trotzdem beenden, denn es passierte nicht weit von der Ziellinie entfernt. Danach war es ziemlich hektisch, die Reparaturen rechtzeitig zu schaffen, aber wir wurden erneut Zweite.“

Das wiederholte die Crew im dritten Rennen, in dem sie 15 Minuten nach der Esimit Europa 2 ins Ziel kam.

„Als Boot mit breiterem Rumpf und hoher Stabilität bevorzugen wir im Vergleich zu unser starken Konkurrenz eher eine kräftigere Brise“, ergänzte Holmberg. „Da die Esimit sehr schlank ist und mit einem Schwenkkiel ausgerüstet (daher Leichtwind bevorzugt), sind beides völlig unterschiedliche ‚Tiere‘. Die Bedingungen bestimmen, wer das bessere Ende für sich hat.“

Vor dem vorletzten Regattatag führt die Velsheda mit fünf Punkten, einen vor der Highland Fling und zwei vor der Esimit Europa 2.

Vorteil Aegir

Brian Benjamin will seinem Gewinn des Maxi Yacht Rolex Cup 2010 in der Mini-Maxi Racing/Cruising Division dieses Jahr mit seiner 25,08 Meter langen Aegir einen weiteren Titel in der Klasse Maxi Racing/Cruising hinzufügen. Er wurde am Donnerstag Zweiter hinter der Swan 90 Altair, aber verteidigte die Führung mit einem Zähler Vorsprung. Marco Rodolfis Berenice Bis (Italien) ist Dritte.

Voriges Jahr hatte Benjamins Crew am letzten Tag mit wenigen Sekunden gegen die Swan 90 DSK Pioneer Investments aus Italien verloren.

„Und die Konkurrenz ist auf ähnlichem Niveau wie 2011“, bekräftigt Benjamin. „Du musst konstant sein und alles gut vorbereitet haben, denn vieles passiert schon im Vorfeld einer Regatta. Das zahlt sich dann aus. Wir haben in den zwei Wochen zuvor einen Fahrtentörn gemacht und werden das auch im Anschluss wieder tun. Das macht einen Großteil der eingespielten Mannschaft aus.“

„Ich bin hier schon zum zehnten oder elften Mal“, so Benjamin weiter, „und es hat niemals zuvor geregnet bis zum vorigen Dienstag! Als Gott das Segeln erfunden hat, baute er dieses kleine Revier hier für uns, um darin zu spielen. Es hat immer Wind, die Inseln, der Kurs und das Klubhaus sind großartig. Der Event ist jedes Jahr die erste Eintragung in unserem Kalender.“

Die Titelvergabe in der Wertungsgruppe Maxi Racing/Cruising verspricht erneut ein dramatisches Finish. Die Mini-Maxis und die Wallys werden am Freitag je zwei weitere Am-Wind-/Vorwind-Kurzrennen absolvieren, auf die anderen Klassen wartet erneut ein Küstenrennen.

Ergebnisse vom 4. Tag des Maxi Yacht Rolex Cup

Maxi Racing/Cruising

BOAT NAME COUNTRY BOAT OWNER R1 R2 R3 TOTAL
Aegir GBR Brian Benjamin 1 2 2 5.0
Altair ITA Leasint Spa 4 1 1 6.0
Berenice Bis ITA Marco Rodolfi 2 3 3 8.0

Maxi Racing

BOAT NAME COUNTRY BOAT OWNER R1 R2 R3 TOTAL
Velsheda GBR Tarbat Investments 1 3 1 5.0
Highland Fling MON Lord Irvine Laidlaw 2 2 2 6.0
Esimit Europa 2 SLO Igor Simcic 3 1 3 7.0

Wally

BOAT NAME COUNTRY BOAT OWNER R1 R2 R3 R4 TOTAL
Magic Carpet 2 GBR Sir Lindsay Owen Jones 1 2 1 1 5.0
Open Season GBR Thomas Bscher 4 1 2 2 9.0
J One GBR Jean Charles Decaux 2 3 4 5 14.0

Supermaxi

BOAT NAME COUNTRY BOAT OWNER R1 R2 R3 TOTAL
Nilaya GBR Filip Balcean 1/1 1/1 1/1 6
Sojana GBR Peter H. Harrison 2/2 4/4 2/2 16
Saudade GER Albert Buell 3/3 2/2 4/5 19

 

*Die Supermaxi-Klasse wird in jedem Rennen zweimal gewertet, je einmal unter IRC und ORC. Die kombinierte Wertung bestimmt den Gesamtstand. Die einzelnen Rennergebnisse zeigen die IRC-Position/ORC-Position. 

Mini Maxi Rolex World Championship

BOAT NAME COUNTRY BOAT OWNER R1 R2 R3 R4 R5 TOTAL
Bella Mente USA Hap Fauth 3 1 1 1 (2) 6.0
Rán 2 GBR Niklas Zennström 1.5 4 4 (5) 1 10.5
Jethou GBR Sir Peter Ogden 4.5 (8) 6 2 3 15.5


Maxi Yacht Rolex Cup – Porto Cervo, Sardinia, Italy – September 2-08, 2012
Der Maxi Yacht Rolex Cup wird vom Yacht Club Costa Smeralda und der internationalen Maxi-Klassenvereinigung IMA in enger Zusammenarbeit mit Rolex organisiert. Ein erstklassiges Rahmenprogramm begleitet die Regatta, darunter die Rolex Crew Party und die finale Preisverteilung, auf der den Gewinnern die Maxi Yacht Rolex Cups und edle Rolex Uhren überreicht werden.
#MYRC #Maxis #portocervo

Artikel über Maxi Yacht Rolex Cup.

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Fotos: Rolex / Carlo Borlenghi (info / EN), Daniel Forster, Kurt Arrigo
Quelle: yccs.it

Über den Author

norbertomoreau

Norberto Moreau ist Teilhaber und Digital Marketer der Gruppe Allied Management Ltd (Hong Kong, London, Valencia). Die Gruppe und seine Partner haben Aktivitäten im Bereich Yachting, Immobilien und Online Business.