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Zwei offene Rechnungen für den Audi MedCup Circuit in 2012 http://de.nauticwebnews.com/1188

Zwei offene Rechnungen für den Audi MedCup Circuit in 2012

Nach dem Audi Sailing Team verpasst mit der „Container“ auch das zweite deutsche Boot das Podium im Audi MedCup Circuit 2011. „Quantum Racing“ (USA) im entscheidenden Moment souverän zu „Gold“. Privateigner und Steuermann Niklas Zennström mit der „Rán“ fünfter Sieger im fünften Event. Nächstes Jahr eine Regatta auf der Ostsee?

Beide deutsche Segelteams haben die Medaillenränge im Audi MedCup Circuit 2011 verpasst. Nach dem frühzeitigen Scheitern des Audi Sailing Teams powered by All4One (Kiel) mit Skipper Jochen Schümann (6.) verpasste am Sonnabend (17. September) in Barcelona/Spanien auch die TP 52-Yacht „Container“ von Udo Schütz aus Selters mit Skipper Markus Wieser in der allerletzten Wettfahrt ihr Saisonziel und wurde nur Vierte. „Bronze“ schnappte ihr das Audi Azzurra Sailing Team mit Guillermo Parada aus Italien durch einen finalen Tagessieg weg. Die strahlenden Sieger feierten an Bord der „Quantum Racing“ mit Skipper Ed Baird aus den USA, während in der Soto 40-Klasse die spanische „Iberdrola“ vorzeitig gewann.

© Guido Trombetta_Studio Borlenghi/Audi MedCup

Die Amerikaner hatten von Beginn der fünfteiligen Grand-Prix-Serie an im Mai an der Spitze gelegen und nach Durchhängern immer dann zur alten Stärke zurückgefunden, wenn es darauf ankam. Es ist ihr zweiter Circuit-Sieg nach 2008, diesmal vor der einheimischen „Bribón“ (Gonzalo Araujo). Mit fünf verschiedenen Gesamtgewinnern in fünf Regatten – die letzte gewann der schwedische Skype-Erfinder Niklas Zennström als Amateureigner und Steuermann seiner „Rán“ – unterstrich die weltweit führende Regattaserie für Einrumpfboote ihr ausgeglichenes, hohes Niveau. Für die kommende Saison erwägen die Veranstalter eine Änderung der Austragungsorte, nach der auch ein Audi MedCup-Event auf der Ostsee gesegelt werden könnte. Möglicherweise hätte die beiden deutschen Boote dann für ihre Revanche sogar ein Heimspiel.

Während das Team der „Bribón“ auch für Rang zwei Glückwünsche vom spanischen König Juan Carlos erhielt, der das nach 38 Jahren zu Ende gehende Projekt lange persönlich betrieb, saßen Schütz und Wieser noch lange nach dem verpatzten Saisonfinale im Cockpit ihrer Yacht und diskutierten. An Bord der „Container“ herrschte großer Frust. „Natürlich ist das Abschneiden nach dem großartigen Saisonbeginn eine herbe Enttäuschung, die müssen wir erstmal verdauen“, machten weder der Eigner, noch der Steuermann aus ihren Herzen einer Mördergrube, „aber vor allem müssen wir sie selbstkritisch und schonungslos analysieren.“ Der in Berlin wohnende Starnberger Skipper beklagte vor allem eine Leichtwindschwäche in der zweiten Saisonhälfte, die aus einer mangelnden Gesamtkonfiguration des Boots herrührte. Wieser: „Wir haben zwischendurch in der Weiterentwicklung des Trimms und der Segel den Anschluss verpasst.“

© Ian Roman/Audi MedCup

Udo Schütz, der schon in den 90er-Jahren erfolgreich war und unter anderem für Deutschland den Admiral’s Cup gewann (93), mochte noch gar nicht an die Zukunft denken. Der Industrielle aus dem Westerwald will erst zu Wochenbeginn über eine Fortführung der Kampagne entscheiden. Spät hatte er Ende vergangenen Jahres den Bau einer TP 52 in England beschlossen, nachdem sich die STP 65-Klasse nicht durchgesetzt hatte, in der es bis 2009 eine „Container“ gab. Mit einem Großteil der internationalen Mannschaft startete das Team sofort durch, und gewann nach Platz zwei zum Auftakt bereits im Juni die zweite Audi MedCup-Regatta in Marseille/Frankreich. Doch danach fingen die Probleme an. „Doch wir dürfen nicht vergessen, dass wir uns als Neulinge sowohl sehr hohe Ziele gesetzt und damit auch entsprechende Erwartungen geweckt hatten“, so Markus Wieser, „ich habe selbst in Cascais zum ersten Mal eine TP 52 gesteuert.“ Bei der Detailanalyse sollen nun auch die Leistungen jedes einzelnen Crewmitglieds nicht ausgespart werden.

Unterm Strich als Sechster noch weniger erfolgreich, aber moralisch auf einem aufsteigenden Ast beendete das Audi Sailing Team den Audi MedCup Circuit 2011. Ebenfalls mit einem Neubau, aber einem anderen, radikaleren Design aus dem Konstruktionsbüro Judel/Vrolijk aus Bremerhaven war die deutsch-französische Kampagne katastrophal in die Saison gestartet und lief diesen Punkten fortan hinterher. Nach einem Regattasieg im dritten Event in Cagliari/Italien schien der Knoten geplatzt. Zu weiteren Podiumsplätzen reichte es zwar nicht, doch der im spanischen Valencia lebende Penzberger Schümann betonte den Aufwärtstrend: „Wir können mit dem Abschneiden nicht zufrieden sein, hatten das Podium aber schon längst abgehakt. Wir wollten danach noch Akzente setzen, was und dann und wann auch gelungen ist. Wir lernen immer noch, wie das Boot schnell zu segeln ist. Und unsere Spinnakerprobleme sind erkannt und werden behoben. Zwei zweite Plätze am letzten Tag versöhnen und zeigen, wo die Reise hingehen soll.“

Die TP 52-Kampagne des Audi Sailing Team powered by All4One ist bis 2013 angelegt. Schon bei der Weltmeisterschaft Anfang Oktober in Porto Cervo auf Sardinien (Italien) soll eine Medaille her – als Grundlage und Messlatte für die nächste Saison. Dann könnte es sogar ein Heimspiel der Hochseeyacht geben. Delegationen aus Kiel und Travemünde waren zum Finale nach Barcelona gereist und hatten das Setup eines Audi MedCup-Events vor Ort studiert. „Wir prüfen derzeit eine Änderung der Route und könnten nach einem Saisonbeginn an der Atlantikküste auf die Ostsee kommen“, bestätigte Nacho Postigo als technischer Direktor des Veranstalters. Im Gespräch für einen Event in Deutschland oder in Schweden ist die zweite Juli-Woche.

Das Erlebnis Audi MedCup in 2012 über den Mittelmeerraum hinaus zu verbreiten, ist auch erklärtes Ziel der Audi AG als Titelsponsor. „Es ist uns wichtig, dass wir in Richtung Norden kommen. Das wäre ein großer Schritt. Die Auswahl eines speziellen Austragungsortes überlassen wir der MedCup-Organisation. Das Ereignis muss aber auch in den Veranstaltungskalender und andere Verpflichtungen der Städte passen“, sagt Lothar Korn, Leiter Marketing Kommunikation. Auf jeden Fall sollten die Veranstaltungsorte so schnell wie möglich gefunden werden, am besten bis spätestens Jahresende, um die Planungen der Teams, aber auch der Städte und die Aktivierung des touristischen Potenzials voranzutreiben.

Der Segelsport hat neben dem alpinen Skisport und Fußball für den Automobilkonzern aus Ingolstadt in der Marketingstrategie eine gewichtige Rolle übernommen. „Die internationale Ausrichtung mit den Engagements in Australien, Italien, Spanien und Deutschland zur Kieler Woche und beim Sailing Team Germany zeigt den hohen Stellenwert“, so Korn weiter, „der MedCup hat sich sehr gut entwickelt, aber wir sind noch nicht dort, wo wir hin wollen.“ Besonders als Hospitality-Plattform zur Betreuung von Kunden und Händlern sei der MedCup ein ideales Instrument. Allerdings hätten nicht alle Austragungsorte die Erwartungen erfüllt, einige hätten sich nicht weiter entwickelt, während Barcelona mit dem Finale des Cups geradezu „perfekt“ gewesen sei. Korn: „Das Sponsoring erfüllt ja keinen Selbstzweck, sondern ist ein ernsthaftes Geschäft. Hier kann ein Händler seine Kunden sehr gut einbinden.“

Endstand Audi MedCup Circuit 2011: http://de.nauticwebnews.com/1186



Alles über das Racing 2011: audimedcup-2011

Alles über das Racing in Cascais: audimedcup-2011-cascais

Alles über das Racing in Marseille: audimedcup-2011-marseille

Alles über das Racing in Cagliari: audimedcup-2011-cagliari

Alles über das Racing in Cartagena: audimedcup-2011-cartagena

Alles über das Racing in Barcelona: audimedcup-2011-barcelona
Mehr Details in der ENGLISCHEN AUSGABE.


Fotos: © Pedro Martinez/Audi MedCup | © Francesco Ferri_Studio Borlenghi/Audi MedCup | © Nico Martinez/Audi MedCup | © Matías Capizzano
Quelle: medcup.org

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Veröffentlicht von on 18. September 2011. Filed under Audi MedCup, News, Regatten, Regatten mit Bild. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0. You can leave a response or trackback to this entry

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