AudiMedCup: Tiefschlag für Container
Im Kampf um das Podium beim Audi MedCup Circuit hat Markus Wieser auf der „Container“ viel Boden verloren. In beiden Rennen vor Barcelona kam die Yacht von Udo Schütz (Selters) am Freitag nicht über die Plätze sechs und sieben hinaus und rutschte vor dem Abschlusstag auf Platz vier in der Saisonwertung.
Jochen Schümann bleibt mit dem Audi Sailing Team powered by All4One (Kiel) trotz eines zweiten und eines dritten Rangs auf Platz sieben in der Saisonwertung. Klassenprimus der TP52 über das Jahr gesehen ist weiterhin die „Quantum Racing“, die als derzeit Dritte von Barcelona in der Saisonwertung nur noch theoretisch eingeholt werden kann. Bei den Soto 40 steht mit der spanischen „Iberdrola“ die Gesamtsiegerin sogar schon defintiv fest.
Der vierte Tag des Audi MedCup von Barcelona ging für die „Container“von Eigner Udo Schütz (Selters), der selbst mit an Bord war, schon mit dem ersten Start verloren. In der Startvorbereitung kassierte die weiß-blaue Yacht einen Penalty und musste durch den Strafkringel dem Feld hinterherjagen. Mit dem sechsten Platz zog sie sich dabei noch achtbar aus der Affäre, konnte aber auch im folgenden Rennen nicht an die Leistung des Vortag-Sieges anknüpfen. Mit Platz sieben verlief die siebte Wettfahrt sogar noch enttäuschender für die Crew um Skipper Markus Wieser (Starnberg).
Zweimal auf das Tagespodium kam dagegen Jochen Schümann mit dem Audi Sailing Team powered by All4One (Kiel). In der ersten Wettfahrt hatte er sogar den Sieg vor Augen, musste aber auf dem letzten Vorm-Wind-Gang ins Ziel die US-Yacht „Quantum Racing“ mit America’s Cup-Gewinner Ed Baird am Ruder ziehen lassen. Im zweiten Lauf zeigte die Schümann-Crew indes eine starke Performance unter Gennaker und fuhr auf dem letzten Schenkel ins Ziel noch vom sechsten auf den dritten Rang vor.
Großer Gewinner das Tages war die „Quantum Racing“, die durch die beiden Topplatzierungen in der Barcelona-Wertung auf Platz drei vorfuhr und für den Sieg in der Jahreswertung am Sonnabend nur noch zweimal ins Ziel kommen muss. Die spanische „Bribón“ von Skipper Gonzalo Araujo könnte theoretisch zwar noch nach Punkten gleichziehen, würde der „Quantum Racing“ dann aber aufgrund der geringeren Anzahl von Siegen im Saisonverlauf unterliegen. Dennoch hat die „Bribón“ noch ein großes Ziel vor Augen, denn bei ihrem Heimspiel liegt sie derzeit auf Rang zwei, punktgleich hinter der„Ràn“ von Niklas Zennström (Schweden), der als Eigner selbst am Ruder steht und bei leichten Winden mit einer hohen Bootsgeschwindigkeit beeindruckt.
Nach dem verpatzten Tagesauftakt konnte Wieser seine Enttäuschung kaum zügeln. In der Vorstartphase war er einem Gegner mit einer knappen Wende ausgewichen und hatte dafür eine Bestrafung kassiert. Den Strafkringel musste er nach dem Startschuss absolvieren und lag damit hoffnungslos zurück und musste sich durch die Abwinde arbeiten.
„Ich bin echt sauer. Das war die Höchststrafe, und dann nicht mal eine korrekte Entscheidung. Da war keine Benachteiligung, nichts. Es war bisher in jedem Rennen beim Start so eng“, sagte Wieser. Im zweiten Rennen sei der Start zwar ganz ordentlich gewesen, doch im engen Feld habe die Bootsgeschwindigkeit nicht ausgereicht, um mit der Konkurrenz mitzuhalten. „Das war sehr frustrierend.“ Mit Blick auf das Finale und dem knappen Rückstand auf den Bronze-Gesamtplatz zeigte sich der Bayer aber schon auf dem Bootssteg wieder angriffslustig: „Zwei Punkte in zwei Rennen – das ist gar nichts. Wir geben am Sonnabend Gas.“
Das Podium in der Jahreswertung kann Jochen Schümann zwar nicht mehr erreichen, aber für das Barcelona-Event hat das Audi Sailing Team powered by All4One noch Chancen auf einen Podestplatz:
„Wir schleichen uns unauffällig nach vorn.“ Ganz so unauffällig war der Angriff auf das Podium am Freitag indes nicht. Denn mit Platz zwei und drei war es für das rote Boot ein fast perfekter Tag. „Aber das erste Rennen hätten wir eigentlich gewinnen müssen. Wenn man das ganze Rennen so souverän führt, darf man sich das nicht mehr aus der Hand nehmen lassen. Aber wir haben auf der zweiten Kreuz ein paar Fehler gemacht und zwei bis drei Bootslängen verloren“, berichtete Schümann.
Dadurch kam „Quantum Racing“ noch so dicht auf, dass Steuermann Ed Baird mit ein bisschen mehr Druck nach der Tonnenrundung die führende Yacht in die Abdeckung nehmen und schließlich überholen konnte. „Wir sind heute unser bestes Rennen in der gesamten Saison gefahren“, freute sich „Quantum“-Navigator Kevin Hall (USA) über den Sieg. „Wir waren sehr stark, besonders im Vergleich mit All4One. Wir mussten uns durchkämpfen, um an die Spitze zu kommen, aber dann haben wir unsere Chance genutzt.“
Den kleinen Schönheitsfehler mit dem verpassten Tagessieg machte Schümann mit seiner Crew im zweiten Rennen wieder wett, als er sich zunächst mühte, um mit der Spitze mithalten zu können, dann aber auf dem letzten Schlag ins Ziel in einer engen Entscheidung noch auf Platz drei fuhr.
„Der Zieleinlauf war für uns und die Zuschauer topp. Vier, fünf Boote innerhalb von zwei Bootslängen, spektakulärer kann es kaum sein. Wir sind natürlich glücklich, den dritten Platz ergattert zu haben“, sagte Schümann, der für den Abschluss am Sonnabend der „Ràn“ die Daumen drückt: „Es ist eine tolle Werbung für andere Eigner, wenn Niklas Zennström zeigt, dass der Eigner die Yacht selbst sehr erfolgreich steuern kann.“
Die „Ràn“ hatte am Freitag indes einen wechselvollen Tag, einem letzten Platz zum Auftakt ließ sie einen Tagessieg folgen. Taktiker Morgan Larson (USA) war am Ende glücklich mit dem Ausgang:
„Der Tag hat sich so entwickelt, wie wir es erhofft haben, mit einer leichten Brise und flacher Welle. Im zweiten Rennen hatte Niklas einen starken Start und wir haben unsere Führung sehr gut verteidigt.“
Vor dem Abschlusstag, an dem noch einmal zwei Rennen geplant sind, haben die „Ràn“, die „Bribón“ und die „Quantum Racing“ beste Chancen auf das Podium in Barcelona. In der Jahreswertung führt kein Weg an der „Quantum Racing“ vorbei, mit der „Bribón“ in der Verfolgerposition und dem Audi Azzurra Sailing Team (Italien) und der „Container“ mit besten Chancen auf den dritten Podiumsplatz.
Bei den Soto 40 hat die spanische „cruiser-racer.com“ mit der deutschen Skipperin und Strategin Sabine Schumann zwar einen mäßigen Tag mit den Platzierungen 5, 6, 2. Das Podium in Barcelona hat die Crew aber noch nicht aus den Augen verloren. „Das war heute alles sehr eng und zweimal hatten wir etwas Pech. Zum Glück hatten wir mit dem zweiten Platz noch einen schönen Tagesabschluss. Jetzt hoffen wir, dass am Sonnabend noch zwei Rennen gesegelt werden, um noch den dritten Platz angreifen zu können“, sagte Schumann. An der Spitze steht einmal mehr die spanische „Iberdrola“ mit Skipper José María Torcida, der bereits in drei der bisherigen vier Events triumphiert hatte und nun auch schon den Gesamtsieg des Jahres feiern darf. „Wir sind wirklich glücklich, den Audi MedCup Circuit gewonnen zu haben. Es war nicht einfach, aber am Ende hat sich die ganze Arbeit und Vorbereitung seit Weihnachten ausgezahlt, sagte Juan Luis Páez, Navigator des Iberdrola Sailing Teams.
Zahlen, Ergebnisse von Freitag, 16. September
Audi MedCup Circuit 2011
Conde de Godó Barcelona Trophy in Barcelona/Spanien (fünfte und letzte Regattaserie)
TP 52-Klasse
6. Wettfahrt:
1. Quantum Racing (USA), Skipper Ed Baird
2. Audi Sailing Team powered by All4One (Kiel), Jochen Schümann
3. Synergy Russian Sailing Team (Russland), Eugeniy Neigodnikov
4. Bribón (Spanien), Gonzalo Araujo
5. Audi Azzurra Sailing Team (Italien), Guillermo Parada
6. Container (Selters), Markus Wieser
7. Gladiator (Großbritannien) Tony Langley
8. Ràn (Schweden), Niklas Zennström
7. Wettfahrt:
1. Ràn
2. Quantum Racing
3. Audi Sailing Team powered by All4One
4. Synergy
5. Audi Azzurra Sailing Team
6. Bribón
7. Container
8. Gladiator
Gesamtstand (nach sieben von neun Wettfahrten)
1. Ràn, Skipper Niklas Zennström (Schweden, 2/1/1/2/5/1) 20
2. Bribón, Gonzalo Araujo (Spanien, 1/3/3/1/2/4/6) 20 Punkte
3. Quantum Racing, Ed Baird (USA, 3/2/2/7/7/1/2) 24
4. Audi Sailing Team powered by All4One, Jochen Schümann (Kiel, 6/8/6/5/3/2/3) 33
5. Container, Udo Schütz (Selters), Markus Wieser (4/7/5/4/1/6/7) 34
6. Synergy Russian Sailing Team, Eugeniy Neigodnikov (Russland, 8/4/8/3/4/3/4) 34
7. Audi Azzurra Sailing Team, Guillermo Parada (Italien, 5/5/4/8/8/5/5) 40
8. Gladiator, Toni Langley (Großbritannien, 7/6/7/6/6/7/8) 47
Gesamtstand im Audi MedCup Circuit 2011
1. Quantum Racing (USA) 153,5 Punkte
2. Bribón (Spanien) 167,5
3. Audi Azzurra Sailing Team (Italien) 173
4. Container (Selters) 175
5. Rán (Schweden) 194
6. Synergy Russian Sailing Team (Russland) 198,5
7. Audi Sailing Team powered by All4One (Kiel), 200,5
8. Gladiator (Großbritannien) 350,5
Soto 40-Klasse
4. Wettfahrt
1. Iberostar (Spanien)
2. Iberdrola (Spanien)
3. Ngoni (Großbritannien)
4. Bigamist (Portugal)
5. cruiser-racer.com (Spanien)
6. visit-malta.com (Spanien)
5. Wettfahrt
1. Iberdrola
2. Bigamist
3. Iberostar
4. Ngoni
5. visit-malta.com
6. cruiser-racer.com
6. Wettfahrt
1. Ngoni
2. cruiser-racer.com
3. Bigamist
4. Iberostar
5. Iberdrola
6. visit-malta.com
Gesamtstand (nach sechs von acht Wettfahrten)
1. Iberdrola (Spanien) 13Punkte
2. Iberostar (Spanien) 15
3. Ngoni (Großbritannien) 18
4. cruiser-racer.com (Spanien) 23
5. Bigamist (Portugal) 23
6. visit-malta.com (Spanien) 34
![]() Alles über das Racing 2011: audimedcup-2011 Alles über das Racing in Cascais: audimedcup-2011-cascais Alles über das Racing in Marseille: audimedcup-2011-marseille Alles über das Racing in Cagliari: audimedcup-2011-cagliari Alles über das Racing in Cartagena: audimedcup-2011-cartagena Alles über das Racing in Barcelona: audimedcup-2011-barcelona
|













