Überlegener „Container“-Sieg
Markus Wieser steuert die „Container“ (Selters) im einzigen Tagesrennen zu einem klaren Sieg und klettert in Barcelona sowie in der Saisonwertung zurück aufs Podium. Jochen Schümann verbessert das Audi Sailing Team powered by All4One (Kiel) in der 5. Wettfahrt aufs dritte Treppchen. „Bribón“ (Spanien) verdrängt Niklas Zennströms „Rán“ in der letzten Regatta 2011 von der Spitze. „Quantum Racing“ trotz vorletztem Platz im Audi MedCup Circuit weiter vorn.
Mit einem souveränen Tagessieg hat der Starnberger Markus Wieser die TP 52-Yacht „Container“ von Udo Schütz aus Selters am Donnerstag (15. September) beim Audi MedCup zurück aufs Podium gesteuert. Sowohl in der fünften und entscheidenden Regatta in Barcelona/Spanien als auch in der Saisongesamtwertung ist das Team vier Rennen vor Schluss wieder Dritter. Aufs Tagespodium kam auch Jochen Schümann (3.) mit dem Audi Sailing Team powered by All4One (Kiel). Die Führung in der Barcelona Trophy übernahm die einheimische „Bribón“ unter Skipper Gonzalo Araujo knapp vor Niklas Zennström auf der „Rán“ (Großbritannien). Im Audi MedCup Circuit 2011 führt weiterhin die „Quantum Racing“ mit America’s Cup-Gewinner Ed Baird am Ruder. Die endgültigen Entscheidungen fallen am Sonnabend (17. September).
Der dritte Wettfahrttag begann wieder wenig verheißungsvoll für die beiden deutschen Skipper, denn erneut wehte nur eine leichte südliche Brise vor der katalanischen Küste – nicht gerade die Bedingungen, in denen die „Container“ und das Audi Sailing Team zu den schnellen Konkurrenten zählen. Aber Markus Wieser gelang ein brillanter Start. Und als Zennström mit der baugleichen „Rán“ früh wendete, war die Bahn frei. „Wir bekamen immer frischen Druck von der linken Seite und wurden von niemandem bedrängt“, berichtete Wieser, „das hat uns das Leben leicht gemacht.“ Nachdem auf der Vorwindstrecke die überraschend in Führung gegangene englische „Gladiator“ von und mit Toni Langley überholt wurde, verteidigte „Container“-Taktiker Hamish Pepper konsequent die bevorteilte rechte Bahnseite.
Nach dem schwachen Auftakt bot sich plötzlich ein ungewohntes Bild, als Schümann lange Zeit sogar für eine deutsche Doppelführung sorgte. Aber die Leichtwindspezialisten auf der „Bribón“, die nach einem katastrophalen Start schon rund 300 Meter zurück lagen, kamen von hinten unwiderstehlich auf. Zwar betrug der Vorsprung der „Container“ im Ziel mehr als 200 Meter, doch das Audi Sailing Team fiel auf Rang drei hinter die „Bribón“ zurück. Wieser: „Deren Aufholjagd war die eigentliche Leistung des Tages. So gewinnen die Spanier am Ende noch den gesamten Audi MedCup Circuit. Die kann niemand halten, auch die ‚Quantum‘ nicht.“
Der Vorsprung der US-Amerikaner schrumpfte in der Saisonwertung auf sieben Punkte vor der „Bribón“, die nur als Vierte ins Finale gegangen war. Weitere 4,5 Zähler zurück folgt nun wieder die „Container“, die das derzeit völlig von der Rolle agierende Audi Azzurra Sailing Team um einen Punkt vom Podium verdrängte.
„Wir müssen uns für die beiden letzten Tage in Ruhe eine Strategie überlegen“, meinte „Quantum Racing“-Projektmanager Ed Reynolds, „das war wirklich nicht das Ergebnis, das wir uns gewünscht haben, obwohl das Rennen zunächst wie gewünscht begann. Aber ein Flautenloch, und alles ist vorbei. Und sobald der Wind nachlässt, explodieren die Spanier geradezu.“
Das Podium im Audi MedCup Circuit musste Jochen Schümann schon vorzeitig abschreiben, wollte aber mit Einzelerfolgen auf sich aufmerksam machen. Das gelang seinem Team mit einem dritten Rang am Donnerstag erstmals.
„Das war ein sehr, sehr schwer zu segelnder Tag, aber wir sind zumindest zufrieden. Heute war alles möglich, wie Segeln auf dem Binnensee mit Drehern von bis zu 20 Grad. Den Wind gut zu lesen, das war entscheidend. Und das ist uns ziemlich gut gelungen.“
Auf dem Weg zum Saisonsieg der Soto 40-Klasse musste die spanische „Iberdrola“ mit Skipper José María Torcida als Tagesdritte einen kleinen Dämpfer einstecken und verpasste die vorzeitige Entscheidung um Haaresbreite. Der Tagessieg ging an die Landsleute auf der „Iberostar“ vor der britischen „Ngoni“. Nach einem Frühstart blieb der „cruiser-racer.com“ (ebenfalls Spanien) nur der vierte Rang. „Der hat uns 40 bis 45 Sekunden gekostet. Danach sind wir ein sehr gutes Rennen gefahren und haben uns an die Top Drei heran gesegelt, obwohl die Bedingungen mit dem leichten Wind und einer unangenehmen Welle nicht einfach waren“, resümierte die Deutsche Sabine Schumann, Skipperin und Strategin an Bord. „Am Ende gab es sogar ein Foto-Finish mit drei Booten, innerhalb von drei Sekunden. Wir meinten Dritte zu sein, wurden aber doch hinter der ‚Iberdrola‘ gezeitet. Mit dem Bootsspeed waren wir sehr zufrieden, nicht jedoch mit dem Platz. Es bleibt alles sehr eng, und ein Platz auf dem Podium unser Ziel.“
Das Finale des Audi MedCup Circuits 2011 wird am Freitag, dem 16. September, in der katalanischen Hauptstadt Barcelona fortgesetzt. Wegen der am Mittwoch ausgefallenen Kurzwettfahrt wurde das geplante Programm geändert. Statt eines Küstenrennens als Mittelstrecke mit 1,5-facher Wertung sollen an den letzten beiden Tagen nur noch Kurzrennen gesegelt werden, um die maximale Anzahl von neun Wettfahrten zu ermöglichen. Sollte der Wind etwas zunehmen, was vorhergesagt wurde, könnte es für beiden Bootsklassen sogar drei Rennen geben. Dann würde Entscheidung über den Saisonsieg im bedeutendsten Regattazirkel der Welt für Einrumpfboote am Sonnabend, dem 17. September, in der allerletzten Entscheidungswettfahrt fallen.
Segeln in Zahlen, Ergebnisse von Donnerstag, 15. September
Audi MedCup Circuit 2011
Conde de Godó Barcelona Trophy in Barcelona/Spanien (fünfte und letzte Regattaserie)
TP 52-Klasse
5. Wettfahrt:
1. Container (Selters), Skipper Markus Wieser
2. Bribón (Spanien), Gonzalo Araujo
3. Audi Sailing Team powered by All4One (Kiel), Jochen Schümann
4. Synergy Russian Sailing Team (Russland), Eugeniy Neigodnikov
5. Ràn (Schweden), Niklas Zennström
6. Gladiator (Großbritannien) Tony Langley
7. Quantum Racing (USA), Ed Baird
8. Audi Azzurra Sailing Team (Italien), Guillermo Parada
Gesamtstand (nach fünf von neun Wettfahrten)
1. Bribón, Gonzalo Araujo (Spanien, 1/3/3/1/2) 10 Punkte
2. Ràn, Niklas Zennström (Schweden, 2/1/1/2/5) 11
3. Container, Udo Schütz (Selters), Skipper Markus Wieser (4/7/5/4/1) 21
4. Quantum Racing, Ed Baird (USA, 3/2/2/7/7) 21
5. Synergy Russian Sailing Team, Eugeniy Neigodnikov (Russland, 8/4/8/3/4) 27
6. Audi Sailing Team powered by All4One, Jochen Schümann (Kiel, 6/8/6/5/3) 28
7. Audi Azzurra Sailing Team, Guillermo Parada (Italien, 5/5/4/8/8) 30
8. Gladiator, Toni Langley (Großbritannien, 7/6/7/6/6) 32
Gesamtstand im Audi MedCup Circuit 2011
1. Quantum Racing (USA) 150,5 Punkte
2. Bribón (Spanien) 157,5
3. Container (Selters) 162
4. Audi Azzurra Sailing Team (Italien) 163
5. Rán (Schweden) 185
6. Synergy Russian Sailing Team (Russland) 191,5
7. Audi Sailing Team powered by All4One (Kiel), 195,5
8. Gladiator (Großbritannien) 335,5
Soto 40-Klasse
3. Wettfahrt
1. Iberostar (Spanien)
2.Ngoni (Großbritannien)
3. Iberdrola (Spanien)
4. cruiser-racer.com (Spanien)
5. visit-malta.com (Spanien)
6. Bigamist (Portugal)
Gesamtstand (nach drei von acht Wettfahrten)
1. Iberdrola (Spanien) 5 Punkte
2. Iberostar (Spanien) 7
3.Ngoni (Großbritannien) 10
4. cruiser-racer.com (Spanien) 10
5. Bigamist (Portugal) 14
6. visit-malta.com (Spanien) 17
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