| |   Teile in Facebook    |  
Grande Finale in Barcelona http://de.nauticwebnews.com/1168

Grande Finale in Barcelona

Fünfte und entscheidende Segelregatta im Audi MedCup Circuit 2011 startet im spanischen Barcelona. Dienstag (13. September) erste Rennen. Kann Udo Schütz’ „Container“ aus Selters mit Skipper Markus Wieser die Gesamtführende „Quantum Racing“ (USA) noch gefährden? Jochen Schümann will mit dem Audi Sailing Team powered by All4One (Kiel) noch einmal aufs Podium.

© Pedro Martinez/Audi MedCup

Spaniens Olympiastadt von 1992, Barcelona, ist Schauplatz des spannenden Finales im Audi MedCup Circuit 2011, der bedeutendsten Grand-Prix-Regattaserie für Einrumpfyachten. Ab Dienstag (13. September) segeln noch vier Mannschaften um den Gesamtsieg in der TP 52-Klasse, darunter die deutsche „Container“ von Udo Schütz aus Selters mit Skipper Markus Wieser (Starnberg). Die besten Karten hält allerdings die „Quantum Racing“ mit Steuermann Ed Baird aus den USA knapp vor dem Audi Azzurra Sailing Team von Skipper Guillermo Parada aus Italien. Die einheimische „Bribón“ mit Steuermann Gonzalo Araújo will nicht nur die Deutschen vom Podium stoßen, sondern mit der Wiederholung des ersten Heimsiegs von Cartagena im August auch noch ganz vorne eingreifen. Diese Chance bleibt Jochen Schümann mit dem Audi Sailing Team powered by All4One (Kiel) zwar verwehrt. Doch eine gute Leistung wie beim Sieg im Juli in Cagliari/Italien könnte die Medaillenvergabe zumindest indirekt mitentscheiden.

11,5 Punkte Rückstand auf die „Quantum Racing“ bringt die „Container“ aus den ersten vier Serien mit. Das ist nicht eben wenig und dennoch aufzuholen, wie die Ergebniskapriolen im Saisonverlauf zeigen. Das US-Team profitiert immer noch von seinem haushoch überlegenen Auftakt im Mai in Cascais/Portugal, hat die Italiener allerdings mit nur noch 3,5 Zählern Rückstand im Nacken. In jedem der acht bis Sonnabend (17. September) geplanten Kurzrennen gibt es für den gesegelten Platz die gleiche Punktzahl, in der Mittelstrecke am Freitag sogar eine 1,5-fache Wertung. Und die acht teilnehmenden Teams haben an allen Austragungsorten immer wieder bewiesen, dass jeder jeden schlagen kann.

© Nico Martinez/Audi MedCup

„Es sind noch genügend Punkte zu vergeben, aber wir dürfen uns keine großen Ausrutscher mehr leisten, wenn es noch für den Circuit-Sieg reichen soll“, meinte Markus Wieser beim ersten Training am Wochenende, „wir werden alles daransetzen.“ Er kam mit der Empfehlung eines Goldcup-Siegs in der ehemals olympischen Drachen-Klasse aus Ostende/Belgien zum Finale. Mit Vorsegeltrimmer Matti Paschen aus Hamburg und dem ukrainischen Eigner Sergei Pugachev des Transbunker-Teams hatte Wieser die gesamte Weltelite in dieser immer noch hochkarätig besetzten Kielbootklasse besiegt. Eine gelungene Generalprobe also für das Grande Finale der 15,85 Meter langen TP 52, die mit zwölf Mann gesegelt wird.

Einschließlich der Shore Crew, die an Land für die Logistik sorgt, hat das gesamte „Container“-Team in den Tagen zwischen Cartagena und Barcelona fieberhaft an einer Verbesserung des Leichtwindpotentials gearbeitet.

„Auf unserem letzten offenen Slot haben wir noch einen neuen A2-Gennaker bauen lassen und zudem den Leichtwindgennaker umgebaut“, erklärt Wieser, „während wir voriges Mal hoch am Wind schon einigermaßen zufrieden waren, hatte unsere einstmals erstklassige Geschwindigkeit vor dem Wind gelitten.“ In seiner ersten Saison in der hart um kämpften TP 52-Klasse macht der in Berlin wohnende Profi bei der Suche nach Gründen für die Einbußen in der vorletzten Regatta auch mangelnde Erfahrung geltend: „Andere Kampagnen laufen schon drei oder vier Jahre. Die Segler wissen genau, was sie wann zu tun haben, um sich immer weiter zu steigern. Wir lernen noch.“

Am gefährlichsten schätzt Wieser die Spanier auf der „Bribón“ ein.

„Obwohl sie das einzige Schiffe der Vorgängergeneration segeln, sind sie bei Leichtwind am schnellsten“, so der 47-jährige, „die anderen beiden Teams vor uns können wir wahrscheinlich leichter schlagen.“

So dürfte sich nach den ersten beiden Renntagen schnell herausstellen, ob es für das deutsche Boot noch um alles oder um nichts geht. Denn der Vorsprung vor den Verfolgern beträgt nur 6,5 Punkte, der undankbare vierte Platz droht.

© Pedro Martinez/Audi MedCup

Auch seine Gegner sind weit davon entfernt, sich in Sicherheit zu wiegen. Matchrace-As Ed Baird, Weltmeister im Kampf Boot gegen Boot und America’s Cup-Gewinner sowohl als Steuermann als auch als Coach, will zunächst „unser eigenes Rennen segeln, völlig unabhängig vom Punktestand“. Zu eng seien die Gegner noch beieinander, als dass es sich zu Regattabeginn schon rechnen könnte, auf die Konkurrenz zu achten.

„Vor allem bei dem Leichtwind, wenn die Boote auf beiden Strecken am Wind und vor dem Wind weit auseinander fahren, ist es praktisch unmöglich, auf alle Verfolger aufzupassen“, so Baird.

Und die mittelfristige Windvorhersage spricht von südwestlichem Garbi, typisch für die Küstenregion, aber selten stark.

Francesco Bruni, Taktiker vom Audi Azzurra Sailing Team, warnt gar vor einem frühzeitigen Zweikampf mit der „Quantum Racing“:

„Darauf warten die ‚Container‘ und die ‚Bribón‘ doch nur. 18 Punkte Unterschied sind schnell aufgezehrt. Ein schlechter Tag mit zwei Rennen, und schon hat sich das Blatt gewendet.“ Mitte der Regatta könne das indes schon anders aussehen, da würden Blicke auf die Tabelle und Ergebnisrechnereien immer wahrscheinlicher. Der Spanier Gonzalo Araújo gefällt sich in der Rolle des Jägers. „Wir waren schwach in die Saison gestartet. Inzwischen kommen wir sehr gut zurecht und wissen, was wir können. Es wird am Ende das konstanteste Boot gewinnen. Und Konstanz soll unsere große Stärke bleiben.“

„Dass es in dieser Saison nicht zum Circuit-Podium reichen wird, damit hatte sich Jochen Schümann nach Rang vier in Cartagena abgefunden. Zu viele Punkte waren bei den ersten beiden Regatten des Jahres gesammelt worden.

„Dennoch sind wir mit unserem neuen Boot auf dem richtigen Weg und wollen zum Schluss noch einmal aufs Treppchen“, lautet die Vorgabe des dreimaligen Olympiasiegers und zweifachen America’s Cup-Gewinners mit Alinghi.

Das Audi Sailing Team war mit einem radikalen Yachtdesign des Bremerhavener Konstruktionsbüros Judel/Vrolijk in die Saison gegangen und musste sich zunächst an die Eigenarten gewöhnen, ehe das offenbar hohe Potential nach und nach ausgeschöpft werden konnte.

Für Schümann ist die Rückkehr an die Olympiastätte von vor 19 Jahren mit gemischten Erinnerungen behaftet. Damals hatte er sich in der Soling mit der „Holzmedaille“, dem vierten Rang zufrieden geben müssen. Das soll nun bei der Conde de Godó Barcelona Trophy im Audi MedCup nicht wieder passieren. Schümanns Generalprobe war der Maxi Yacht Rolex Cup in Porto Cervo (Sardinien/Italien), den er als Taktiker der britischen Wally 94 „Magic Carpet²“ als Dritter beendete. Er unterlag den etwas größeren Yachten „Y3K“ von Claus-Peter Offen aus Hamburg und „Indio“ aus Italien.

„Jetzt freue ich mich auf das vergütungsfreie Segeln der TP 52 im Audi MedCup“, so Schümann, „die Leistungsdichte ist so eng und diese Regatta für mich die wirkliche Champions League des Segelsports.“

Immer stärker wird auch die kleinere Soto 40-Klasse, die in Barcelona erstmals mit sechs Teilnehmern an den Start geht. Nach erfolgreichem Test in Barcelona kommen die Spanier Álex Laplaza und Toni Guiu mit einem eigenen Boot zum Finale. Die „cruiser-racer.com“ ist die Baunummer 27 dieser 12-Meter-Yachten einer argentinischen Werft. Für die Taktik an Bord zeichnet die Deutsche Sabine Schumann verantwortlich, die vor 15 Jahren nach Barcelona zog. Für den Württembergischen Yacht-Club Friedrichshafen war sie einst ISAF-Vizeweltmeisterin in der damals olympischen Europe-Jolle. „Wir hatten die vergangenen Tage noch viel mit dem Boot zu tun, aber haben auch schon gut trainiert“, sagte Schumann. Trotz der überraschenden ersten Saisonniederlage in Cartagena gegen Tony Buckinghams „Ngoni“ aus Großbritannien bleibt die spanische „Iberdrola“ um Skipper Jose María Torcida klare Favoritin auf den Gesamtsieg im Audi MedCup Circuit 2011.

Das Finale beginnt heute am 12. September, in der katalanischen Hauptstadt Barcelona mit den Vorbereitungsrennen, für die mäßiger bis frischer Südwestwind vorhergesagt wurde, der dann später wieder abnimmt. Die erste Wettfahrt ist für den Folgetag geplant, bei prophezeitem Leichtwind. Die Entscheidung über den Saisonsieg im bedeutendsten Regattazirkel der Welt für Einrumpfboote fällt am Sonnabend, dem 17. September.


Gesamtstand im Audi MedCup Circuit 2011
(vor der fünften und letzten Regatta)
TP 52-Serie
1. Quantum Racing (Ed Baird/USA) 129,5 Punkte
2. Audi Azzurra Sailing Team (Guillermo Parada/Italien) 133
3. Container (Udo Schütz/Selters), Skipper Markus Wieser 141
4. Bribón (Gonzalo Araújo/Spanien) 147,5
5. Synergy Russian Sailing Team (Eugeniy Neigodnikov/Russland) 164,5
6. Audi Sailing Team powered by All4One (Jochen Schümann/Kiel), 167,5
7. Ràn (Niklas Zennström/Schweden) 174
8. Gladiator (Tony Langley/Großbritannien) 303,5

Warning: include() [function.include]: URL file-access is disabled in the server configuration in /home/nauticwe/public_html/nauticwebnews.com/de/wp-content/plugins/php-execution-plugin/includes/class.php_execution.php(273) : eval()’d code on line 55

Warning: include(http://nauticwebnews.com/includes/widgets/audimedcup2011-3.php?language=de) [function.include]: failed to open stream: no suitable wrapper could be found in /home/nauticwe/public_html/nauticwebnews.com/de/wp-content/plugins/php-execution-plugin/includes/class.php_execution.php(273) : eval()’d code on line 55

Warning: include() [function.include]: Failed opening ‘http://nauticwebnews.com/includes/widgets/audimedcup2011-3.php?language=de’ for inclusion (include_path=’.:/usr/local/php5/lib/php’) in /home/nauticwe/public_html/nauticwebnews.com/de/wp-content/plugins/php-execution-plugin/includes/class.php_execution.php(273) : eval()’d code on line 55

Empfehlungen

Details und Statistiken für Werbung
Veröffentlicht von on 12. September 2011. Filed under Audi MedCup, News, Regatten, Regatten mit Bild. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0. You can leave a response or trackback to this entry

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Tags: , ,

Short URL: http://de.nauticwebnews.com/?p=1168


MOST RECENT

  1. Match Race Germany – Das dynamische Dutzend ist komplett!
  2. Omanischer Doppelsieg beim engsten Auftakt der EXSS
  3. Bodenseewoche mit Mittelmeerstimmung
  4. Premiere des “Sailing Team Germany Awards” (+Video)
  5. DSV-Präsident ist Schirmherr des Segel-Awards
  6. boot Düsseldorf 2012: Tipps, Typen und Termine
  7. boot Düsseldorf 2012: Gegen den Trend
  8. Rolex SydneyHobart – Fällt der Streckenrekord nach Weihnachten?
  9. José Carreras International Yacht Race
  10. Perth: Vorgeschmack auf die Olympischen Spiele 2012
  11. Neues Hybrid-Hausboot Le Boat 1500 ‘Vision’
  12. Neuer Trend: Haus- und Pontonboote auf der Boot und Fun
  13. Boot und Fun Berlin wird auf 10 Tage erweitert
  14. BOATFIT 2012 in Bremen
  15. Ist der Einfluss des Klimawandels in Genen ablesbar?
  1. hans friebe: bootsfahren ohne fürerschein,mach ich seit 40 jahren,mit kl, booten,aber da kommt so ein sesselpuper der...
  2. nauticweb: Vorläufiges Regatta-Programm: Samstag, 28. Juli: Anreise, Einschreibung und freies Training sowie Empfang...
  3. segelFreund: Hallo liebe Segelfreunde! ich würde es jedem empfehlen, segeln macht einfach spaß und enspannt die...
  4. Mein Finanzblog: Hallo, ein guter Artikel zum Thema “Die deutsche Wassersportindustrie”. Meiner Meinung...
  5. Thomas: Ich fand die Entscheidung des Segelverbandes schon richtig, weil die Katamarane für mich einfach auch etwas...

RSS NauticWebNews (Englisch)

  • HISTORIC DAY OF RACING IN VENICE – LOCAL HEROES LEAD 18. Mai 2012
    The America’s Cup World Series fleet raced on the Grand Canal of Venice Friday, the historic waters becoming a proving ground for some of the best sailors in the world. Each of the two Luna Rossa crews rose to the occasion, recording a race win, pleasing the local spectators who were out in force both […]
    nauticweb
  • Four in-ports, three legs (+ Video) 18. Mai 2012
    With just four in-port races and three offshore legs left to go the Volvo Ocean Race 2011-12 remains too close to call – and points have never been more crucial as the reunited fleet gears up to resume competitive action this weekend. After more than six months and thousands of miles of extreme racing, just […]
    nauticweb
  • ENERGY TEAM at the top after DAY 1 IN VENICE (+3 Videos) 17. Mai 2012
    Youth and experience won on the opening day at the America’s Cup World Series in Venice, Italy. Team Korea’s Nathan Outteridge, at 26 years old one of the youngest skippers in the fleet, won the first fleet race. Then, Loick Peyron, 52, rallied his team for a come-from-behind win in race two to top the […]
    nauticweb
  • Classic Sailing Spanish Cup in Puerto Sherry (+Video) 15. Mai 2012
    Puerto Sherry, and the Isla Ebusitana Foundation, organizes the first edition of the ‘Semana Clásica de Puerto Sherry’, a sport, cultural and turistic event with an international proyection which will take place on Puerto Sherry from 23th to 29th of july of 2012. This event will have the Classic Sailing Spanish Cup that aspires to […]
    nauticweb
  • German authorities arrested Captain of Sea Shepherd 15. Mai 2012
    Captain Paul Watson was arrested last saturday in Germany for extradition to Costa Rica. The German police have said that the warrant for Captain Watson’s arrest is in response to an alleged violation of ships traffic in Costa Rica, which occurred during the filming of Sharkwater in 2002. The specific “violation of ships traffic” incident […]
    nauticweb
  • No kidding around in closest Academy showdown yet 14. Mai 2012
    America’s finest young sailors went head to head in the closest contested Team Racing Academy Regatta in the 2011-12 edition of the Volvo Ocean Race on Sunday in Miami. Claiming victory in the intense round-robin racing was CAMPER, one of three local teams from Florida that included Nico Schultz, Nick Hernandez, Jeff Glosenger and Hannah […]
    nauticweb