Regatten

AudiMedCup: Packendes Mittelstreckenfinale

Letztes Update: 10. Oktober 2018

„Quantum Racing“ (USA) gewinnt das Küstenrennen beim Audi MedCup in Cartagena. Spanische „Bribón“ verteidigt Gesamtführung durch Materialbruch des Audi Azzurra Sailing Teams“ (Italien). Audi Sailing Team powered by All4One (Kiel) mit Jochen Schümann rettet nach langer Führung Platz drei ins Ziel. Herber Rückschlag für die „Container“ mit Markus Wieser als Sechste.

© Stefano Gattini_Studio Borlenghi/Audi MedCup


Ein packendes Mittelstreckenrennen vor der Küste Cartagenas mit einem dramatischen Zieleinlauf im Sekundentakt faszinierte am Sonnabendnachmittag (27. August) beim Audi MedCup in Spanien Zuschauer und Aktive gleichermaßen. Dabei erreichten die beiden deutschen TP 52-Segelteams nicht ihre erhofften Leistungen.

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Jochen Schümann hatte mit dem Audi Sailing Team powered by All4One(Kiel) lange Zeit wie der sichere Sieger ausgesehen, rettete am Ende aber nur den dritten Rang über die Linie. Die „Container“ von Udo Schütz aus Selters mit Markus Wieser (Starnberg) am Ruder wurde sogar nur Sechste und büßte wichtige Punkte in der Gesamtwertung ein. Das Comeback des Tages gelang der „Quantum Racing“ aus den USA mit Ed Baird am Steuer als Siegerin vor der gesamtführenden „Bribón“ von Steuermann Gonzalo Araujo aus dem Gastgeberland. Sie hat ihren Vorsprung vor dem italienischen „Audi Azzurra Sailing Team“ (Guillermo Parada) auf fünf Punkte ausgebaut, das durch den Bruch des Großsegelfalls kurz vor dem Ziel nur Vierter wurde. Die „Container“ fiel 2,5 Zähler hinter die „Quantum“ auf Platz vier zurück, die „All4One“ liegt knapp dahinter. Die Entscheidung in der vierten von fünf Regattaserien des Audi MedCup Circuits 2011 fällt in zwei Abschlussrennen am Sonntag.

Zahlreiche Besucher in der historischen Hafenstadt im Südosten Spaniens hielten den Atem an, als die fast 16 Meter langen Rennyachten in kurzen Abständen direkt vor ihren Augen zur Ziellinie segelten, die von der Regattaleitung mitten im innersten Hafenbecken ausgelegt war. Nach 30 Seemeilen (mehr als 50 Kilometer) taktisch anspruchsvollster Kurse entlang der Küste machte der Audi MedCup seinem Ruf als führende Regattaveranstaltung einmal mehr alle Ehre. Bis zum Schluss kämpften die Mannschaften dicht an dicht um die Plätze und gaben keinen Meter verloren. Nach frischem bis starken Nordostwind, dem für die Region Murcia typischen Levante, wurde es nochmal leicht und drehend – Hochspannung pur war garantiert.

„Wir waren am Ende mittendrin, haben uns aber selbst ein Bein gestellt, indem wir der ‚Bribón‘ vor den Bug gewendet sind, weshalb wir eine Strafdrehung machen mussten“, berichtete Jochen Schümann. „Das kam wahrscheinlich noch durch den tief sitzenden Frust von vorher, als wir eine sicher geglaubte Führung aus den Händen gegeben haben“, so der Skipper. Auf der langen Vorwindstrecke des Kurses, als es ohne Halsen nur geradeaus ging, fuhr die Konkurrenz von hinten auf und überholte schließlich. Schümann: „Wir waren mit unserem Starkwindgennaker schlicht zu langsam. Vielleicht hätten wir einen leichteren setzen sollen auch mit dem Risiko, dass der dann reißt.“ So zog erst das Schwesterteam der Azzurra vorbei, dann auch noch die „Quantum Racing“.

Bis kurz vor die Mole der Hafeneinfahrt Cartagenas lag dann das Audi Azzurra Sailing Team vorn. Taktiker Francesco Bruni hatte es nach einem couragierten Rennen, bei dem seine Crew durch einen groben Fehler zu Anfang schon Letzter war, an die Spitze geführt. Doch dann brach unvermittelt die Halterung des Falls, mit dem das Großsegel am Mast hochgezogen wird. Das Segel sackte herunter, und das Boot wurde immer langsamer. Bis ein Ersatzfall angeschlagen war, segelten drei Verfolger aufs Treppchen vorbei. „Wir strapazieren nicht gerne das Pech, wenn wir eine Wettfahrt verlieren, aber das war schon außergewöhnlich ärgerlich“, meinte Bruni.

„Container“-Steuermann Markus Wieser war zunächst wieder ein Nullstart gelungen, doch die linke Seite der Startkreuz stellte sich bald als benachteiligt heraus. Während Schümann mit den Italienern schnell nach rechts rausgefahren war und sofort in Führung ging, bekämpften die Verfolger sich gegenseitig. Aber auch nach der ersten Vorwindstrecke war die „Container“-Crew noch gut dabei, wurde bei der Rundung des Leetors (Gate) jedoch als einzige auf die linke Seite gezwungen. Dort eine Weile zu bleiben, stellte sich als fataler Fehler heraus. „Wir hätten sofort zurückwenden sollen“, analysierte Wieser, „der Wind hatte um 30 Grad nach rechts gedreht und uns voll erwischt. Da gingen in fünf Minuten 500 Meter verloren.“

Im hinteren Feld mit bis zu 800 Metern Rückstand auf das zu dem Zeitpunkt souveräne Audi Sailing Team riskierte „Container“-Taktiker Hamish Pepper viel, um vielleicht doch noch an die Hauptgegner „Quantum“ und „Azzurra“ ranzukommen. „Aber das waren eher Verzweiflungstaten“, gab Wieser unumwunden zu, „wie segeln in dieser Regatta schlicht und ergreifend nicht sauber genug und machen zu viele Fehler.“ Obwohl das Audi Azzurra Sailing Team ein katastrophales Spimanöver gefahren war und zwei Minuten verloren hatte, führte Stratege Vasco Vascotto das blaue Boot wieder unter die Top drei. Und der späte Führungswechsel mit Jochen Schümanns Zwölf zeigte, dass die Entscheidung über zweieinhalb Stunden bis zuletzt offen blieb.

In der Soto 40-Klasse fiel die Entscheidung über den Gesamtsieg bereits einen Tag vor dem Ende der Regatta. Die britische „Ngoni“ ist nach zwei zweiten Plätzen am Sonnabend rechnerisch weder von der „Iberdrola“, noch vor der „NH Resorts“ (beide Spanien) einzuholen, die punktgleich fünf Zähler zurück liegen. Der ebenfalls einheimischen „cruiser-racer.com“ mit der Deutschen Sabine Schumann aus Barcelona als Taktikerin blieb als Klassenneuling erneut nur die rote Laterne. Die Region of Murcia Trophy im Audi MedCup geht am Sonntag (28. August) mit zwei abschließenden Kurzrennen der TP 52 und einem der Soto 40 zu Ende. Der erste Start ist für 13 Uhr geplant.

Die Region of Murcia Trophy im Audi MedCup geht am Sonntag (28. August) mit zwei abschließenden Kurzrennen zu Ende. Der Start ist für 13 Uhr geplant.



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Über den Author

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Norberto Moreau ist Mitgründer und Teilhaber der Allied Management Ltd Consulting Gruppe (Hongkong, Großbritannien, Spanien). Die Gruppe und seine Partner haben Aktivitäten im Bereich Yachting, Immobilien, Events und Online Business.
Aktivitäten mit eigenen Projekten (70%) / Consulting (30%). Norberto Moreau ist verfügbar für Consulting weltweit auf Messen, Regatten etc.

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