Regatten

AudiMedCup: Rabenschwarzer Schümann-Tag

Letztes Update: 10. Oktober 2018

Zwei letzte Plätze werfen das deutsch-französische Audi Sailing Team powered by All4One weit zurück. „Container“ als Vierte und Dritte verbessert. Einheimische „Bribón“ übernimmt Führung in Cartagena.

Super-GAU, der größte anzunehmende Unfall – anders kann die Tagesbilanz von Jochen Schümannam Donnerstag (25. August) nicht ausfallen. In beiden Segelwettfahrten der vierten Regattaserie des Audi MedCups in Cartagena/Spanien belegte der zweimalige America’s-Gewinner mit seinem Audi Sailing Team powered by All4One (Kiel) nur den letzten Platz. In der Gesamtwertung übernahm das deutsch-französische Projekt die rote Laterne von der „Container“. Die TP 52 von Udo Schütz aus Selters zeigte sich nach verpatztem Auftakt verbessert, ist nach den Einzelrängen vier und drei jedoch vorerst sechs Punkte hinter der Spitze nur Vorletzte (6.). Die „Bribón“ der Gastgeber glänzte mit einem hauchdünnen Tagessieg im dritten Rennen und übernahm die Gesamtführung einen Zähler vor der russischen „Synergy“.

/de/bannerA8M1.png

© Ian Roman/Audi MedCup


Erneut musste das internationale Spitzenfeld drei Stunden warten, bis kurz vor 16 Uhr endlich genug Wind für den ersten Start wehte. Bei Stärke zwei bis drei waren wiederum die Leichtwindspezialisten gefragt – und eine Nase für den Wind, der wieder oft schwankte.

„Wir sind zweimal auf der benachteiligten Seite gestartet, dann war der Ofen schon aus“, fasste Schümann die empfindlichen Niederlagen kurz und bündig zusammen. Die Gratwanderung zwischen taktischem Missgeschick und schlicht Pech war augenscheinlich, doch eine echte Aufholjagd fand nicht statt. Dazu reichte offenbar auch die Bootsgeschwindigkeit nicht. „In beiden Rennen war der später Vorletzte bei uns gestartet“, analysierte der Steuermann, „und der hat sich auch nicht mehr erholt.“

© Stefano Gattini_Studio Borlenghi/Audi MedCup


Positiver fiel die Zwischenbilanz der „Container“-Crew aus.

„Wir haben zwar immer noch leichte Speedprobleme, aber es ging schon deutlich bergauf“, sagte der Berliner Frithjof Kleen, der von Skipper Markus Wieser als Coach geholt wurde. „Zwei Super-Starts und keine große Fehler auf der Bahn haben uns zwei Mittelplätze eingebracht“, so der Starbootsegler weiter, „damit müssen wir zufrieden sein.“

Zwar hatte die US-amerikanische „Quantum Racing“, Gegner Nummer eins im Kampf um den Saisonsieg im Audi Med Cup Circuit 2011, zunächst das bessere Ende für sich und zog in Lee der Deutschen langsam vorbei. Doch im zweiten Tagesrennen gelang die Revanche, als Ed Baird das US-Boot nur auf den vorletzten Platz manövrierte.

„Es ist immer noch schwierig für uns, bei Leichtwind mit ‚Quantum‘, ‚Bribón‘ und ‚Synergy‘ mitzufahren, aber das ging deutlich besser als zum Auftakt“, meinte Taktiker Hamish Pepper (Neuseeland). Der Hamburger Vorsegeltrimmer Matti Paschen ergänzte: „Wir haben das erste Rennen detailliert ausgewertet und nochmal einiges am Setup und Trimm geändert. Das ermöglicht automatisch eine freiere Wahl der Taktik. Ich bin davon überzeugt, dass wir den Hebel nun in die richtige Richtung umgelegt haben.“

Die schwierigen Windbedingungen spiegelten sich auch zum Auftakt der Soto 40-Regatta wider. Der Auftaktsieg ging an die einheimische „NH Hotels“, während die sonst haushoch überlegene „Iberdrola“ nur Vorletzte vor der „cruiser-racer.com“ (alle Spanien) wurde. Die deutsche Taktikerin Sabine Schumann aus Barcelona musste auch im zweiten Rennen der Erfahrung der Gegner auf diesen neuen Booten Tribut zollen und war mit ihrer Mannschaft abgeschlagen. Die Gesamtführung übernahm überraschend die britische „Ngoni“ mit einem Tagessieg nach Rang zwei zu Beginn.

Die Region of Murcia Trophy im Audi MedCup wird am Freitag (26. August) mit zwei geplanten Wettfahrten und – wenn möglich – einem Nachholrennen der TP 52 fortgesetzt, das am Mittwoch mangels Wind ausgefallen war. Die letzten Rennen finden am Sonntag (28. August) statt.

Audi MedCup Circuit 2011
Region of Murcia Trophy in Cartagena/Spanien (vierte von fünf Regattaserien)
TP 52-Serie
2. Wettfahrt:
1. Audi Azzurra Sailing Team (Italien), Guillermo Parada
2. Quantum Racing (USA), Ed Baird
3. Synergy Russian Sailing Team (Russland), Eugeniy Neigodnikov
4. Container (Selters), Skipper Markus Wieser
5. Bribón (Spanien), Gonzalo Araujo
6. Ràn (Schweden), Niklas Zennström
7. Audi Sailing Team Powered by All4One (Kiel), Jochen Schümann

 

3. Wettfahrt:
1. Bribón, 2. Ràn, 3. Container, 4. Audi Azzurra Sailing Team, 5. Synergy, 6. Quantum Racing, 7. Audi Sailing Team Powered by All4One

 

Gesamtstand (nach drei von neun Wettfahrten)
1. Bribón, Gonzalo Araujo (Spanien, 2/5/1) 8 Punkte
2. Synergy Russian Sailing Team, Eugeniy Neigodnikov (Russland, 1/3/5) 9
3. Audi Azzurra Sailing Team, Guillermo Parada (Italien, 5/1/4) 10
4. Quantum Racing, Ed Baird (USA, 3/2/6) 11
5. Ràn, Niklas Zennström (Schweden, 6/6/2) 15
6. Container, Udo Schütz (Selters), Skipper Markus Wieser (7/4/3) 14
7. Audi Sailing Team Powered by All4One, Jochen Schümann (Kiel, 4/7/7) 18



Audi Med Cup
EN| The Audi MedCup has Concluded. This sailing competition ran annually from 2005 to 2011. During its operation it continuously attracted the best sailors in the world.
Webseite: medcup.org
Social Media:
Fotos / Videos: Audi Med Cup & © Audi MedCup | Pedro Martinez | Francesco Ferri_Studio Borlenghi | Nico Martinez | Matías Capizzano | Ian Roman
Sprachen:
Alle Artikel über Audi Med Cup ...
Englisch
Jedes Magazin hat einen anderen Inhalt. Hauptausgabe ist in ENGLISCH.


/de/bannerGXI.png

Über den Author

norbertomoreau

Norberto Moreau ist Mitgründer und Teilhaber der Allied Management Ltd Consulting Gruppe (Hongkong, Großbritannien, Spanien). Die Gruppe und seine Partner haben Aktivitäten im Bereich Yachting, Immobilien, Events und Online Business.
Aktivitäten mit eigenen Projekten (70%) / Consulting (30%). Norberto Moreau ist verfügbar für Consulting weltweit auf Messen, Regatten etc.

• Business Web: allied-management.net
• Privates Web: norbertomoreau.com
• Kontakt Magazine: EmailKontaktform
me:23