Regatten

AudiMedCup: Zwei Tagessiege und Gesamtführende

Letztes Update: 10. Oktober 2018

„Container“ mit Skipper Markus Wieser und Jochen Schümanns Audi Sailing Team powered by All4One gewinnen die ersten beiden Wettfahrten und führen die dritte Audi MedCup-Serie in Cagliari/Sardinien an. „Quantum Racing“ (USA) überraschend hinten.

Bilderbuchbedingungen mit sonnigem Starkwind und zwei sensationelle deutsche Tagessiege kennzeichneten den Auftakt des Audi MedCup Circuit in Cagliari. Bei der dritten von fünf Regattaserien um die Sardinia Trophy in Italien gewann die TP 52Container“ vonUdo Schütz (Selters) mit dem Starnberger Markus Wieser am Steuer am Mittwoch (20. Juli) das erste Rennen und sicherte sich durch Platz zwei danach gleich die erste Gesamtführung.

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© Ian Roman/Audi MedCup


Ein Tagessieg in der zweiten Wettfahrt bescherte dem deutsch-französischen Audi Sailing Team powered by All4One mit Jochen Schümann(Penzberg) am Ruder die Verfolgerposition zwei Punkte dahinter. Enttäuschend verlief der erste Tag für die nach zwei Serien führende „Quantum Racing“ aus den USA. Skipper Ed Baird schaffte nur zwei sechste Plätze und hat zunächst nur die nicht gestartete britische „Gladiator“ (Anthony Langley) hinter sich.

Der berüchtigte Mistral schäumte das azurblaue Wasser an der sardischen Küste auf, als die 15,85 Meter langen Rennyachten der TP52-Klasse am Mittwochmittag den malerischen Hafen von Cagliari verließen. Starke bis stürmische Böen sorgten für ein Regattasetup der absoluten Extra-Klasse. Die zwölfköpfigen Crews hatten alle Hände voll zu tun, um die Schiffe bei Höchstgeschwindigkeiten von mehr als 20 Knoten (rund 40 km/h) im Griff zu behalten. Nur ein paar geplatzte Spinnaker zeugten von der hohen Qualität des internationalen Teilnehmerfelds.

Bereits das Auftaktrennen wurde zu einer eindrucksvollen Demonstration der Gewinner derMarseille Trophy vor rund einem Monat. Nach durchschnittlichem Start taktierte der Neuseeländer Hamish Pepper die „Container“ Mitte der Startkreuz an die Spitze und verteidigte diese das ganze Rennen. Nur einmal kam Skype-Gründer Niklas Zennström, Gewinner des Vorbereitungsrennens am Vortag, mit seiner „Rán“ (Schweden) durch einen 15-Grad-Dreher des Windes bis auf wenige Meter an die Deutschen heran. Doch mit einem traumhaft sicheren Bootshandling baute die „Container“ den Vorsprung auf dem letzten Teilstück gleich wieder aus.

„Unser Boot hämmert vor dem Wind nur so übers Wasser“, beschrieb Pepper die Momente, in denen die Gegner teilweise nur so stehen gelassen wurden. „Wir müssen nach der Am-Wind-Kreuz nur halbwegs mit dabei sein, dann geht nach vorne noch alles.“

Er zollte vor allem auch seinem Steuermann großes Lob, der „immer ganz ruhig und gelassen blieb“, obwohl die Böen zwischendurch schon heikel waren. Hamish Pepper nannte Geduld und Vertrauen ins eigene Potential als Schlüsselfaktoren für den Auftakterfolg. Umso mehr verwunderte ihn das Abschneiden der „Quantum Racing“:

„Die Mannschaft ist so erfahren und hat trotzdem durch Fehler Federn lassen müssen.“

Völlig anders verlief die zweite Tageswettfahrt bei weiter sehr böigem Wind. Jochen Schümann erwischte mit dem Audi Sailing Team einen Nullstart nur einen Augenblick vor der „Container“. Während der geborene Berliner als Einziger auf die linke Bahnseite hinaus steuerte und damit goldrichtig lag, verloren sich Wieser & Co. in der Mitte des Felds und trieben die Konkurrenz an der ersten Wendemarke vor sich her. Kampfgeist war gefragt und wurde geboten. „Schümi“ und sein Taktiker Sebastien Col verteidigten die Führung clever, trotz eines gerissenen Spinnakers im Zweikampf mit dem Audi Azzurra Sailing Team aus Italien, da die Mannschaft um Guillermo Parada ihren Spi halb über Bord gehen ließ und ausgebremst wurde. Die „Container“ arbeitete sich indes Stück für Stück nach vorn und schnappte auf dem Zielstück in einem Halsenduell sogar der russischen „Synergy“ vonEugeniy Neigodnikov noch Platz zwei weg, die wiederum danach noch ein Foul beging und nach einem Strafkringel nur Letzte auf dem Wasser wurde.

„Cagliari scheint ein gutes Pflaster für uns zu sein“, freute sich Schümann nach dem Auftakt, „denn schon im Vorjahr waren wir hier Zweiter. Es gibt immer noch Dinge zu verbessern, aber mit dem Tagessieg sind wir natürlich sehr zufrieden.“

Der dreifache Olympiasieger haderte zwar zunächst noch mit der Vorwindgeschwindigkeit; doch auch die verbesserte sich dann. Schümann:

„Das Boot läuft jetzt gut in diesen Starkwindbedingungen. Das zeigt auch, wie sehr wir uns gesteigert haben, denn bei ähnlichen Verhältnisses wurden wir in Cascais nur Letzter.“

Die Sardinia Trophy im Audi MedCup wird am Donnerstag (21. Juli) mit zwei weiteren Wettfahrten fortgesetzt. Gleichzeitig kommt es zum Auftakt der Soto 40 mit der gesamtführenden spanischen „Iberdrola“. Die Entscheidungen fallen am Sonntag (24. Juli).

Audi MedCup Circuit 2011
Sardinia Trophy (dritte von fünf Regattaserien)

TP 52-Serie (nach zwei Wettfahrten)

1. Container (Selters), Skipper Markus Wieser, (1/2) 3 Punkte
2. Audi Sailing Team Powered by All4One (Kiel), Jochen Schümann, (4/1) 5
3. Ràn (Schweden), Niklas Zennström, (2/5) 7
4. Audi Azzurra Sailing Team (Italien), Guillermo Parada, (5/3) 8
5. Synergy Russian Sailing Team (Russland), Eugeniy Neigodnikov, (3/7) 10
6. Bribón (Spanien), Gonzalo Araujo, (7/4) 11
7. Quantum Racing (USA), Ed Baird, (6/6) 12
8. Gladiator (Großbritannien), Anthony Langley, (DNC/DNC) 18



Audi Med Cup
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Über den Author

norbertomoreau

Norberto Moreau ist Mitgründer und Teilhaber der Allied Management Ltd Consulting Gruppe (Hongkong, Großbritannien, Spanien). Die Gruppe und seine Partner haben Aktivitäten im Bereich Yachting, Immobilien, Events und Online Business.
Aktivitäten mit eigenen Projekten (70%) / Consulting (30%). Norberto Moreau ist verfügbar für Consulting weltweit auf Messen, Regatten etc.

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